Schriftlicher Prüfungsteil
Fallbezogene Aufgaben aus allen vier Handlungsfeldern der AEVO.
AEVO-Prüfung
Die Prüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Entscheidend ist dabei die Trennung zwischen den bundesweit geregelten Prüfungsgrundlagen der AEVO und organisatorischen Einzelheiten der jeweils zuständigen Stelle.
Die AEVO-Prüfung hat zwei Teile: schriftlich und praktisch. Beide Teile müssen jeweils mindestens mit „ausreichend“ bewertet werden. Der schriftliche Teil bezieht alle vier Handlungsfelder ein; im praktischen Teil steht eine berufstypische Ausbildungssituation im Mittelpunkt.
Gesamtaufbau
§ 4 Abs. 1 AEVO legt fest, dass die Eignung nach § 2 AEVO in einer Prüfung nachzuweisen ist. Diese Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil.
Fallbezogene Aufgaben aus allen vier Handlungsfeldern der AEVO.
Präsentation einer Ausbildungssituation oder praktische Durchführung – jeweils verbunden mit einem Fachgespräch.
Schriftlicher Teil
Nach § 4 Abs. 2 AEVO sind im schriftlichen Teil fallbezogene Aufgaben aus allen Handlungsfeldern zu bearbeiten. Die schriftliche Prüfung soll drei Stunden dauern.
Damit ist klar: Der schriftliche Teil beschränkt sich nicht auf ein einzelnes Handlungsfeld. Die Aufgaben können Inhalte aus Ausbildung planen, vorbereiten, durchführen und abschließen miteinander verbinden.
Aufbau, veröffentlichte Aufgabenformate und eine sinnvolle Bearbeitungsstrategie erklärt der vertiefende Beitrag zur schriftlichen AEVO-Prüfung.
Häufige Frage
Die Verordnung verlangt fallbezogene Aufgaben aus allen Handlungsfeldern und nennt für den schriftlichen Teil eine Soll-Dauer von drei Stunden. Eine feste Anzahl von 80 Aufgaben schreibt § 4 AEVO nicht vor.
Stand September 2026 beschreiben mehrere IHKs den schriftlichen Prüfungsteil mit insgesamt 80 Aufgaben beziehungsweise Fragen in 180 Minuten. Die IHK Erfurt nennt 80 Aufgaben, die IHK Schwaben insgesamt 80 Fragen und die IHK Osnabrück formuliert ausdrücklich, die Prüfung umfasse derzeit 80 Fragen.
Damit ist die Zahl 80 für den gegenwärtig veröffentlichten IHK-Prüfungsumfang sachlich belegt. Sie ist jedoch von der gesetzlichen Regelung zu unterscheiden: Die AEVO selbst legt diese Aufgabenanzahl nicht fest.
IHK Erfurt – Hinweise zum Prüfungsablauf
IHK Schwaben – Hinweise zur Ausbilder-Eignungsprüfung
IHK Osnabrück – Ausbilder-Eignungsprüfung
„Aufgaben“ ist hier der präzisere Oberbegriff. Aktuelle IHK-Hinweise beschreiben zwar überwiegend Multiple-Choice-Aufgaben; die IHK Osnabrück nennt daneben beispielsweise auch den Aufgabentyp „Lückentext-Dropdown“. Die AEVO selbst schreibt kein ausschließliches Multiple-Choice-Format vor.
Das SemaTrain-Prüfungscenter verwendet 80 Aufgaben als Umfang seiner prüfungsnahen Simulation, weil sich diese Zahl am derzeit veröffentlichten IHK-Prüfungsumfang orientiert. Die Zahl wird nicht als gesetzliche Vorgabe der AEVO dargestellt.
Eine konkrete Verteilung der 80 Aufgaben auf die vier Handlungsfelder gehört zum Simulationsdesign. Sie wird auf dieser Wissensseite nicht als gesetzlich festgeschriebene Verteilung ausgegeben.
Praktischer Teil
Nach § 4 Abs. 3 AEVO besteht der praktische Teil grundsätzlich aus der Präsentation einer berufstypischen Ausbildungssituation und einem Fachgespräch.
Präsentation und Fachgespräch dürfen zusammen höchstens 30 Minuten dauern. Die Präsentation soll 15 Minuten nicht überschreiten.
Anstelle der Präsentation kann eine Ausbildungssituation auch praktisch durchgeführt werden. Im Fachgespräch werden Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation erläutert.
Für diese Bereiche enthält § 4 Abs. 4 AEVO eine Sonderregelung. Dort besteht der praktische Teil aus der Durchführung einer in Abstimmung mit dem Prüfungsausschuss auszuwählenden Ausbildungssituation und einem Fachgespräch. Dieser Prüfungsteil soll höchstens 60 Minuten dauern.
Bundesrecht und Organisation
§ 4 AEVO beschreibt die beiden Prüfungsteile und deren grundlegende Anforderungen. Einen für alle zuständigen Stellen identischen zeitlichen Abstand zwischen schriftlichem und praktischem Teil legt die Verordnung nicht fest.
Prüfungstermine, Anmeldeschlüsse, Gebühren, Einladungen und weitere organisatorische Einzelheiten werden von der zuständigen Stelle konkretisiert. Deshalb sollten solche Angaben immer dort aktuell geprüft werden, wo die Prüfung tatsächlich abgelegt wird.
§ 4 Abs. 5 AEVO bestimmt außerdem, dass die zuständige Stelle für die Abnahme der Prüfung einen Prüfungsausschuss errichtet.
Bestehen
Die Prüfung ist bestanden, wenn sowohl der schriftliche als auch der praktische Prüfungsteil jeweils mindestens mit „ausreichend“ bewertet wurden.
Ein gutes Ergebnis in einem Teil gleicht damit einen nicht bestandenen anderen Prüfungsteil nicht einfach aus.
Wiederholung
Ja. Innerhalb eines Prüfungsverfahrens kann eine nicht bestandene Prüfung nach § 4 Abs. 1 AEVO zweimal wiederholt werden.
Ein bereits bestandener Prüfungsteil kann dabei angerechnet werden. Wie die Wiederholung organisatorisch umgesetzt wird, sollte mit der zuständigen Stelle geklärt werden.
Eigenes Praxisbeispiel
Sofia bearbeitet zunächst den schriftlichen Prüfungsteil mit fallbezogenen Aufgaben aus den vier Handlungsfeldern. Dieser Teil wird mit mindestens „ausreichend“ bewertet.
Anschließend steht der praktische Prüfungsteil an. Dort muss sie eine Ausbildungssituation präsentieren oder praktisch durchführen und ihre Auswahl und Gestaltung im Fachgespräch erläutern.
Würde Sofia einen Prüfungsteil nicht bestehen, wäre die Prüfung insgesamt noch nicht bestanden. § 4 AEVO sieht jedoch Wiederholungsmöglichkeiten vor; ein bereits bestandener Prüfungsteil kann dabei angerechnet werden.
Nach bestandener Prüfung
Über die bestandene Prüfung ist nach § 5 AEVO ein Zeugnis auszustellen. Dieses dokumentiert den erfolgreichen Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
Vorbereitung
Für den schriftlichen Teil ist es sinnvoll, die vier Handlungsfelder nicht isoliert als Stichwortlisten zu lernen, sondern betriebliche Situationen und die dahinterliegenden Entscheidungen zu verstehen.
Der praktische Teil verlangt zusätzlich, eine konkrete Ausbildungssituation nachvollziehbar zu gestalten und die getroffenen Entscheidungen im Fachgespräch zu begründen.
Wenn die Begriffe und der Aufbau noch neu sind, beginnen Sie mit der grundlegenden Einordnung.
Der kostenlose Lernpfad führt durch alle vier Handlungsfelder und die dazugehörigen Kapitel.
Die allgemeinen Aussagen zum Prüfungsaufbau beruhen auf § 4 und § 5 AEVO. Die Aussage zum derzeit veröffentlichten Umfang von 80 Aufgaben beziehungsweise Fragen beruht auf aktuellen Hinweisen mehrerer IHKs und wird ausdrücklich von den gesetzlichen Vorgaben der AEVO getrennt. Organisatorische Einzelheiten werden nicht ohne Grundlage als bundesweit einheitliche Regel dargestellt. Erklärung, Struktur und Praxisbeispiel wurden für SemaTrain eigenständig erstellt.