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AEVO Grundlagen

Was ist die AEVO?

AEVO steht für Ausbilder-Eignungsverordnung. Sie beschreibt die berufs- und arbeitspädagogischen Kompetenzen, die für die Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz nachzuweisen sind.

Kurz erklärt

Die AEVO betrifft nicht nur einzelne Rechtsfragen oder Ausbildungsmethoden. Im Mittelpunkt steht die Fähigkeit, Berufsausbildung selbstständig zu planen, durchzuführen und zu kontrollieren. Dafür unterscheidet die Verordnung vier Handlungsfelder.

Begriff und Geltungsbereich

Wofür steht die Abkürzung AEVO?

AEVO steht für Ausbilder-Eignungsverordnung. Nach § 1 AEVO müssen Ausbilderinnen und Ausbilder für die Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz den Erwerb ihrer berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nachweisen.

Die Verordnung nennt zugleich eine Grenze ihres Geltungsbereichs: Für die Ausbildung im Bereich der Angehörigen der freien Berufe gilt diese Vorgabe nach § 1 AEVO nicht.

Struktur der Eignung

Welche vier Handlungsfelder umfasst die AEVO?

§ 2 AEVO ordnet die berufs- und arbeitspädagogische Eignung vier Handlungsfeldern zu.

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Ausbildung abschließen

Ausbildung zum erfolgreichen Abschluss führen und berufliche Perspektiven einordnen.

Handlungsfeld 4 lernen →

Nachweis

Wie wird die Eignung nach der AEVO nachgewiesen?

Nach § 4 AEVO wird die Eignung nach § 2 durch eine Prüfung nachgewiesen. Sie besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil.

Im schriftlichen Teil werden fallbezogene Aufgaben aus allen Handlungsfeldern bearbeitet. Die schriftliche Prüfung soll drei Stunden dauern.

Der praktische Teil besteht grundsätzlich aus der Präsentation einer Ausbildungssituation und einem Fachgespräch. Anstelle der Präsentation kann eine Ausbildungssituation praktisch durchgeführt werden. Für diesen Prüfungsteil gelten nach der allgemeinen Regelung insgesamt höchstens 30 Minuten; die Präsentation soll 15 Minuten nicht überschreiten.

Besonderheit für Landwirtschaft und Hauswirtschaft

Für die Bereiche Landwirtschaft und Hauswirtschaft enthält § 4 Abs. 4 AEVO eine abweichende Regelung: Dort besteht der praktische Teil aus der Durchführung einer ausgewählten Ausbildungssituation und einem Fachgespräch. Dieser praktische Prüfungsteil soll höchstens 60 Minuten dauern.

Die Prüfung ist bestanden, wenn jeder der beiden Prüfungsteile mindestens mit „ausreichend“ bewertet wurde.

Wichtige Abgrenzung

Bedeutet eine bestandene AEVO-Prüfung automatisch, dass ich ausbilden darf?

Die AEVO-Prüfung ist nicht die einzige Voraussetzung

Eine bestandene AEVO-Prüfung weist die Eignung nach § 2 AEVO nach. Für das tatsächliche Ausbilden verlangt § 28 BBiG persönliche und fachliche Eignung insgesamt. Die AEVO betrifft dabei die berufs- und arbeitspädagogische Eignung.

§ 28 BBiG unterscheidet zwischen Einstellen und Ausbilden: Auszubildende darf nur einstellen, wer persönlich geeignet ist. Selbst ausbilden darf nur, wer persönlich und fachlich geeignet ist.

Zur fachlichen Eignung gehören nach § 30 Abs. 1 BBiG sowohl die beruflichen als auch die berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Der AEVO-Nachweis bezieht sich auf die berufs- und arbeitspädagogische Eignung. Die erforderlichen beruflichen Voraussetzungen sind davon zu unterscheiden.

Zusätzlich muss auch die Ausbildungsstätte geeignet sein. Dafür enthält § 27 BBiG eigene Anforderungen.

Das prüfungsrelevante Zusammenspiel von Ausbildungsstätte, Ausbildungspersonal und ergänzenden Ausbildungsmaßnahmen wird im bestehenden Lernpfad ausführlicher behandelt.

Eignung von Betrieb und Ausbildungspersonal lernen

Eigenes Praxisbeispiel

AEVO-Prüfung bestanden – und was folgt daraus?

Beispiel: Mira soll künftig ausbilden

Mira arbeitet seit mehreren Jahren in einem Unternehmen und hat die AEVO-Prüfung erfolgreich abgelegt. Der Betrieb möchte sie künftig als verantwortliche Ausbilderin für einen anerkannten Ausbildungsberuf einsetzen.

Mit der bestandenen Prüfung hat Mira ihre berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nachgewiesen. Bevor sie tatsächlich als verantwortliche Ausbilderin eingesetzt wird, muss aber zusätzlich geprüft werden, ob auch die weiteren persönlichen und fachlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Unabhängig davon muss der Betrieb als Ausbildungsstätte für den Ausbildungsberuf geeignet sein.

Das Beispiel zeigt den Unterschied zwischen dem AEVO-Nachweis und der vollständigen Prüfung aller Voraussetzungen für das Ausbilden.

Weiterlernen

Wo beginne ich mit der AEVO-Vorbereitung?

Wer die Grundlagen geklärt hat, kann den Stoff anschließend systematisch entlang der vier Handlungsfelder erarbeiten. Der SemaTrain-Lernpfad umfasst 26 Lernkapitel und 260 eigenständig entwickelte Selbsttestfragen und ist ohne Anmeldung zugänglich.

Weitere Begriffe und Fragen

Im Wissensbereich werden weitere Grundlagen zu Ausbilderschein, AdA-Schein, Prüfungsablauf, praktischer Prüfung und Prüfungsvorbereitung schrittweise ergänzt.

Zum AEVO-Wissensbereich →

Quellen und Arbeitsweise

Rechtsaussagen dieses Beitrags wurden an den genannten Primärquellen geprüft. Erklärung, Gliederung und Praxisbeispiel wurden für SemaTrain eigenständig erstellt.

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