Arbeitsaufgabe
Welche Tätigkeiten soll der Benutzer mit dem Client im Netzwerk durchführen?
LF3 · Informieren
Kundenwünsche präzisieren, Soft- und Hardwareanforderungen strukturieren und überprüfbare Leistungskriterien für die spätere Netzwerkintegration formulieren.
Lernfeld 3 · Clients in Netzwerke einbinden
Curriculum-Faden
Handlungsphase: Informieren
Im Kundengespräch Anforderungen an die Integration von Client-Hardware und Client-Software erfassen und daraus überprüfbare Leistungskriterien ableiten.
LF2.14 hat den bereitgestellten Arbeitsplatz bewertet und die Netzwerkperspektive als nächsten Kompetenzschritt vorbereitet.
LF3.2 erfasst die bestehende Netzwerkinfrastruktur, in die der Client integriert werden soll.
Noch keine IP-Konfiguration, kein Subnetting und keine Komponentenauswahl.
Curriculumquelle: KMK-Rahmenlehrplan Fachinformatiker, Lernfeld 3
Im fiktiven K-27 Medienbüro stehen nun zwölf funktionsgeprüfte Arbeitsplätze aus Lernfeld 2 bereit.
Die Geräte funktionieren als einzelne Arbeitsplätze. Jetzt sollen sie in die bereits vorhandene Netzwerkinfrastruktur des Unternehmens eingebunden werden.
Der Kunde formuliert zunächst:
Für eine technische Integration reicht diese Aussage noch nicht aus.
Zuerst muss geklärt werden, was genau funktionieren soll und woran die erfolgreiche Integration später erkannt werden kann.
Lernfeld 3 beginnt mit dem Kundengespräch.
Dabei werden die Anforderungen an die Integration von Clients mit ihrer Software und Hardware in eine bestehende Netzwerkinfrastruktur erfasst.
Aus diesen Anforderungen werden Leistungskriterien abgeleitet.
Konkrete IP-Konfiguration, Subnetzplanung oder Komponentenauswahl gehören noch nicht in diese Lernetappe.
Ein Client ist im Kontext dieser Lernsituation ein IT-System, das Netzwerkfunktionen oder Netzwerkressourcen nutzt.
Im K-27-Projekt sind die in LF2 aufgebauten Arbeitsplatzrechner die zentralen Clients.
Für ihre Integration sind jedoch nicht nur die Rechner selbst relevant.
Je nach Anforderung können beispielsweise auch folgende Aspekte eine Rolle spielen:
Eine erfolgreiche Client-Integration bedeutet nicht nur, dass eine physische Verbindung vorhanden ist.
Der Client muss die für seine Arbeitsaufgabe vorgesehenen Netzwerkfunktionen nutzen können.
Deshalb beginnt die Integration mit der Anforderungsklärung und nicht mit einer zufälligen Konfiguration.
| Ebene | Beispiel |
|---|---|
| Kundenäußerung | „Die Arbeitsplätze sollen auf unsere gemeinsamen Dateien zugreifen können.“ |
| geklärte Anforderung | Die zwölf neuen Clients müssen die vorgesehene bestehende Dateifreigabe für ihre Arbeitsaufgaben nutzen können. |
| Leistungskriterium | Im definierten Funktionstest kann jeder freigegebene Client auf die vorgesehene Dateifreigabe zugreifen. |
Ein häufiger Fehler besteht darin, bereits während der Anforderungsklärung eine konkrete Lösung festzulegen.
| Zu früher Lösungssprung | Sauberer Anforderungsbezug |
|---|---|
| „Wir brauchen auf jeden Fall einen neuen Switch.“ | „Für zwölf zusätzliche Clients müssen geeignete Netzwerkanschlüsse beziehungsweise Zugangsmöglichkeiten vorhanden sein.“ |
| „Alle Clients bekommen statische IP-Adressen.“ | „Die Clients benötigen eine zum vorhandenen Netz passende IP-Konfiguration.“ |
| „Wir verwenden WLAN.“ | „Es muss geklärt werden, welche Art des Netzwerkzugangs am jeweiligen Arbeitsplatz vorgesehen und verfügbar ist.“ |
Welche technische Lösung tatsächlich passt, wird erst nach der Analyse der bestehenden Infrastruktur entschieden.
Für LF3.1 ist eine strukturierte Betrachtung sinnvoll.
Welche Tätigkeiten soll der Benutzer mit dem Client im Netzwerk durchführen?
Welche Anwendungen benötigen Netzwerkzugriff oder vorhandene Netzwerkressourcen?
Welche vorhandenen oder benötigten Schnittstellen sind für die Integration relevant?
Welche bereits vorhandenen Ressourcen sollen aus Sicht des Clients erreichbar sein?
Wo und in welchem betrieblichen Kontext wird der Client eingesetzt?
Welche betrieblichen Vorgaben, Termine oder Einschränkungen sind bereits bekannt?
Funktionale Anforderungen beschreiben, was der Client im vorgesehenen Nutzungskontext leisten soll.
Beispiele für den fiktiven K-27-Fall:
Diese Aussagen beschreiben Ergebnisse, noch keine konkrete Netzwerkkonfiguration.
Nicht jede Anwendung benötigt dieselben Netzwerkfunktionen.
Deshalb wird für relevante Software geklärt:
Auch auf der Clientseite können technische Voraussetzungen relevant sein.
Beispielsweise:
Welche Medien, Netzwerkkomponenten und Topologien tatsächlich vorhanden sind, wird erst in LF3.2 und LF3.3 genauer untersucht.
Der Kunde weiß im Gespräch möglicherweise nicht, welcher Switch, welches Adressierungskonzept oder welche konkrete Netzwerkstruktur verwendet wird.
Das ist kein Grund, fehlende Informationen durch Vermutungen zu ersetzen.
So bleibt die Grenze zwischen Kundenanforderung und technischem Ist-Zustand sauber.
Aus einer allgemeinen Aussage entstehen häufig gezielte Rückfragen.
| Kundenaussage | Sinnvolle Rückfrage |
|---|---|
| „Die Rechner brauchen Netzwerk.“ | Welche Arbeitsaufgaben oder Ressourcen sollen über das Netzwerk genutzt werden? |
| „Die Drucker müssen funktionieren.“ | Welche vorhandenen Drucker sollen von welchen Arbeitsplätzen genutzt werden? |
| „Wir brauchen Internet.“ | Für welche Anwendungen oder Arbeitsprozesse wird der externe Netzwerkzugang benötigt? |
| „Die neuen PCs sollen genauso funktionieren wie die bisherigen.“ | Welche konkreten Netzwerkfunktionen der bisherigen Arbeitsplätze sind für die Arbeit erforderlich? |
Nicht jeder Wunsch hat dieselbe Bedeutung.
Für ein einfaches Lernmodell verwenden wir:
| Priorität | Bedeutung |
|---|---|
| Muss | Ohne diese Anforderung erfüllt die Client-Integration ihren vorgesehenen Zweck nicht. |
| Soll | Die Anforderung ist wichtig, eine begründete Abweichung wäre aber grundsätzlich diskutierbar. |
| Kann | Zusätzlicher Nutzen, aber nicht Voraussetzung für die Kernfunktion. |
| ungeklärt | Die Bedeutung oder technische Voraussetzung muss noch geklärt werden. |
Dieses Prioritätsmodell dient hier als SemaTrain-Lernmodell.
Ein Leistungskriterium sollte später eine klare Prüfung ermöglichen.
| Unklar | Überprüfbarer |
|---|---|
| „Der Netzwerkzugriff muss gut funktionieren.“ | „Der Client erreicht im definierten Funktionstest die für seine Arbeitsaufgabe vorgesehene Dateifreigabe.“ |
| „Der Drucker muss verfügbar sein.“ | „Vom vorgesehenen Client kann ein definierter Testdruck an den freigegebenen Netzwerkdrucker übergeben werden.“ |
| „Videokonferenz soll gehen.“ | „Die freigegebene Videokonferenzanwendung kann im definierten Test die benötigte Netzwerkverbindung aufbauen.“ |
| Feld | Beispiel |
|---|---|
| Quelle | Kundengespräch |
| Kundenaussage | „Die Arbeitsplätze brauchen unsere gemeinsamen Dateien.“ |
| geklärte Anforderung | Die zwölf Clients müssen die vorgesehene vorhandene Dateifreigabe für die Arbeitsaufgabe nutzen können. |
| Leistungskriterium | Zugriff im definierten Funktionstest erfolgreich. |
| Priorität | Muss |
| Status | Anforderung geklärt |
| offene Infrastrukturfrage | Technischer Zugangsweg und vorhandene Netzstruktur noch zu analysieren. |
Die Rasterstruktur und alle Beispieldaten wurden eigenständig für SemaTrain entwickelt.
Nach dem fiktiven Kundengespräch werden zunächst folgende Anforderungen dokumentiert:
| Anforderung | Priorität | Leistungskriterium |
|---|---|---|
| Alle zwölf Clients benötigen den vorgesehenen Netzwerkzugang. | Muss | Netzwerkfunktion ist am Client im definierten Test nutzbar. |
| Vorgesehene Dateifreigabe muss nutzbar sein. | Muss | Definierter Zugriffstest erfolgreich. |
| Freigegebener Netzwerkdrucker soll nutzbar sein. | Muss | Definierter Testdruck kann übergeben werden. |
| Geschäftsanwendung benötigt ihre vorgesehene Netzwerkfunktion. | Muss | Anwendung besteht den definierten Funktionstest. |
| Videokonferenzfunktion muss im vorgesehenen Nutzungskontext arbeiten. | Muss | Freigegebene Anwendung kann den vorgesehenen Verbindungstest durchführen. |
Noch nicht geklärt sind beispielsweise:
Genau diese Punkte führen in LF3.2 weiter.
Zu diesem Zeitpunkt ist beispielsweise noch nicht bekannt, welche IP-Adressen, Präfixe oder sonstigen Netzparameter verwendet werden.
Der tatsächliche technische Ist-Zustand wird zunächst analysiert.
IPv4 und IPv6 werden später in LF3.7 systematisch eingeordnet; IPv4-Subnetzplanung folgt in LF3.8.
Auch die Frage, ob zusätzliche Switch-Ports, Adapter, Access Points oder andere Komponenten benötigt werden, kann erst nach der Bestandsanalyse belastbar beantwortet werden.
„Der Kunde sagt Netzwerk. Also können wir sofort konfigurieren.“
Nein.
Vor der Konfiguration müssen mindestens zwei Dinge geklärt sein:
LF3.1 beantwortet die erste Frage. LF3.2 beginnt mit der zweiten.
Der fiktive Kunde äußert:
Ihre Aufgabe:
TRANSFER
Ein anderer Kunde sagt:
Prüfen Sie diese Aussage zunächst als Anforderungsanalyst:
Formulieren Sie anschließend die zugrunde liegende Anforderung lösungsneutral.
Prüfen Sie, ob Sie Kundenäußerungen in klare Anforderungen überführen, offene Punkte erkennen und überprüfbare Leistungskriterien für eine Client-Integration formulieren können.
Alle Fragen und Antwortmöglichkeiten dieses Selbsttests wurden für SemaTrain eigenständig entwickelt.
PRAXISAUFGABE
Selbsttraining – keine Abgabe erforderlich.
Ihre Bearbeitung wird von SemaTrain derzeit weder
hochgeladen noch an einen Trainer übermittelt.
Erstellen Sie ein Anforderungsprofil für die Integration von vier vollständig fiktiven Büro-Clients in ein bestehendes Netzwerk.
Das Profil soll enthalten:
Vergeben Sie noch keine IP-Adressen, berechnen Sie noch keine Subnetze und wählen Sie noch keine konkrete Netzwerkhardware aus.
SELBSTKONTROLLE
REFLEXION
Können Sie jetzt erklären:
Curriculum-Grundlage:
KMK-Rahmenlehrplan für Fachinformatikerinnen und
Fachinformatiker,
Lernfeld 3.
Curriculare Einordnung:
LF3 beginnt mit dem Erfassen der Anforderungen an die
Integration von Client-Soft- und -Hardware in eine
bestehende Netzwerkinfrastruktur und der Ableitung
von Leistungskriterien.
Methodische Einordnung:
Das Anforderungsraster,
das Prioritätsmodell,
alle Kundenäußerungen,
Leistungskriterien,
Praxisfälle,
MC-Fragen,
Antwortoptionen und Lösungen wurden eigenständig
für SemaTrain entwickelt.
Für diese Lernetappe ist keine zusätzliche Rechtsquelle erforderlich.
Curriculare Abgrenzung:
Die konkrete vorhandene Netzwerkinfrastruktur wird
erst in LF3.2 untersucht.
Netzwerkkomponenten,
Adressierung,
Subnetting und Konfiguration werden in späteren
Lernetappen aufgebaut.