Mensch
Körperliche Voraussetzungen, Sehvermögen, Erfahrungen und individuelle Bedürfnisse.
LF2 · Vergleichen
Arbeitsmittel passend auswählen, länger sinnvoll nutzen und Nachhaltigkeitsaussagen nachvollziehbar prüfen.
Lernfeld 2 · Arbeitsplätze nach Kundenwunsch ausstatten
Curriculum-Faden
Handlungsphase: Vergleichen
Arbeitsplatzvarianten zusätzlich hinsichtlich ergonomischer und nachhaltigkeitsbezogener Anforderungen beurteilen.
Technischer Produktvergleich und Auswahlkriterien.
LF2.7 ergänzt die Betrachtung um Energiebedarf und Energieeffizienz.
Keine allgemeine Umweltkunde; Fokus auf Arbeitsplatzentscheidungen.
Curriculumquelle: KMK-Rahmenlehrplan Fachinformatiker, Lernfeld 2
Für das fiktive K-27 Medienbüro liegen inzwischen technische Vergleichsdaten und eine erste Nutzwertanalyse vor.
Bei der Besprechung stellt die Ansprechpartnerin jedoch zwei weitere Fragen:
Damit erweitert sich die bisherige Auswahl um zwei wichtige Perspektiven: Ergonomie und Nachhaltigkeit.
Lernfeld 2 verlangt, bei der Auswahl von IT-Systemen neben technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch Ergonomie und Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.
Bei einem IT-Arbeitsplatz reicht es nicht aus, ein einzelnes Produkt als „ergonomisch“ zu bezeichnen.
Entscheidend ist die Passung zwischen:
Körperliche Voraussetzungen, Sehvermögen, Erfahrungen und individuelle Bedürfnisse.
Welche Tätigkeiten werden wie lange und mit welchen Informationen durchgeführt?
Bildschirm, Eingabegeräte, Rechner und weitere benötigte Geräte.
Arbeitsfläche, Beleuchtung, Anordnung, Bewegungsraum und weitere Umgebungsbedingungen.
In Deutschland enthält die Arbeitsstättenverordnung im Anhang 6 Anforderungen und Maßnahmen für Bildschirmarbeitsplätze.
Dazu gehören unter anderem:
Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker ersetzen keine arbeitsmedizinische oder sicherheitstechnische Gesamtbeurteilung.
Bei der Auswahl von IT-Arbeitsmitteln können sie aber gezielt prüfen, ob Geräte die ergonomische Gestaltung unterstützen oder erschweren.
Beispiele:
| Frage | Warum relevant? |
|---|---|
| Kann der Bildschirm passend positioniert werden? | Die Position muss zur Arbeitsaufgabe und zur Arbeitsplatzgestaltung passen. |
| Ist die Oberfläche für den vorgesehenen Einsatz reflexionsarm? | Störende Reflexionen und Blendungen sollen vermieden werden. |
| Ist die Bildschirmgröße für die Aufgabe angemessen? | Zu kleine oder ungeeignete Darstellungen können die Arbeit erschweren. |
| Sind notwendige Eingabegeräte sinnvoll nutzbar? | Bedienung und Anordnung müssen zur Tätigkeit passen. |
| Lässt sich eine Mehrbildschirmlösung sinnvoll anordnen? | Mehrere Bildschirme müssen im realen Arbeitsplatz ergonomisch eingesetzt werden können. |
Ein Produkt kann Eigenschaften besitzen, die eine gute ergonomische Gestaltung ermöglichen.
Ob der fertige Arbeitsplatz tatsächlich ergonomisch ist, hängt jedoch zusätzlich von seiner konkreten Einrichtung und Nutzung ab.
Bei IT-Geräten entstehen Umweltwirkungen nicht nur während ihrer Nutzung.
Auch Herstellung, Rohstoffgewinnung, Transport, Reparatur, Wiederverwendung und das Ende der Nutzungsphase spielen eine Rolle.
Wird das Gerät tatsächlich benötigt oder kann geeignete vorhandene Hardware weiterverwendet werden?
Kann das Gerät voraussichtlich über einen angemessenen Zeitraum sinnvoll eingesetzt werden?
Können relevante Komponenten beziehungsweise Verschleißteile bei Bedarf sinnvoll instandgesetzt oder ersetzt werden?
Kann eine spätere Anpassung möglicherweise durch Aufrüstung statt vollständigen Austausch erfolgen?
Sind Sicherheits- und Softwareupdates für die erwartete Nutzungsdauer plausibel verfügbar?
Kann ein Gerät nach seiner ersten Nutzung noch sinnvoll weitergenutzt oder weitergegeben werden?
Im K-27-Projekt sind bereits Monitore vorhanden.
Eine nachhaltigkeitsorientierte Entscheidung beginnt deshalb mit der Frage:
Wenn ja, kann ihre Weiterverwendung eine sinnvolle Alternative zur vollständigen Neubeschaffung sein.
Das bedeutet jedoch nicht:
Ein vorhandenes Gerät bleibt nur dann eine sinnvolle Option, wenn es weiterhin zuverlässig, anforderungsgerecht und sicher eingesetzt werden kann.
Ein Gerät kann technisch leistungsfähig sein und trotzdem früh unbrauchbar werden, wenn beispielsweise:
Deshalb sollten bei einer nachhaltigen IT-Beschaffung nicht ausschließlich aktuelle Leistungswerte betrachtet werden.
Reparierbarkeit und Erweiterbarkeit können dazu beitragen, dass ein Gerät länger sinnvoll genutzt wird.
Mögliche Prüffragen sind:
Die physische Hardware kann noch funktionieren, während fehlende Sicherheits- oder Systemupdates einen sinnvollen weiteren Einsatz erschweren.
Deshalb gehört zur langfristigen Betrachtung auch:
Der Blaue Engel ist das Umweltzeichen der Bundesregierung und eine freiwillige, unabhängige Produktkennzeichnung.
Für Computer, Tastaturen und Mäuse existiert aktuell die Produktgruppe DE-UZ 78, Ausgabe 2024.
Die Kriterien greifen unter anderem Aspekte wie Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Erweiterbarkeit und Softwareupdates auf.
Aussagen wie:
sind für einen belastbaren Vergleich allein zu ungenau.
Besser sind nachvollziehbare Informationen zu konkreten Eigenschaften, beispielsweise:
Die bisherige Auswahlmatrix aus LF2.5 kann nun um weitere Kriterien ergänzt werden.
| Kriterium | Prüffrage | Möglicher Nachweis |
|---|---|---|
| Positionierbarkeit Bildschirm | Unterstützt das Gerät eine geeignete Anordnung? | Technische Produktinformation |
| Reflexionsarme Nutzung | Ist das Gerät für die geplante Arbeitsplatzgestaltung geeignet? | Produktinformation und Arbeitsplatzprüfung |
| Weiterverwendung | Kann vorhandene Hardware sinnvoll weitergenutzt werden? | Bestandsprüfung |
| Reparierbarkeit | Sind relevante Reparatur- und Servicewege vorhanden? | Hersteller-/Serviceinformation |
| Erweiterbarkeit | Kann das Gerät an spätere Anforderungen angepasst werden? | Technische Dokumentation |
| Softwareunterstützung | Passt die erwartete Unterstützung zur Nutzungsdauer? | Herstellerinformation |
„Nachhaltig bedeutet einfach: das Gerät mit dem niedrigsten Stromverbrauch kaufen.“
Zu kurz gedacht.
Energieverbrauch ist relevant und wird in LF2.7 systematisch betrachtet.
Nachhaltigkeit umfasst darüber hinaus beispielsweise Nutzungsdauer, Weiterverwendung, Reparierbarkeit, Erweiterbarkeit und den Umgang mit Ressourcen.
K-27 besitzt zwölf vorhandene Monitore.
Für die Übung gelten folgende fiktive Informationen:
Ihre Aufgabe:
TRANSFER
Ein Produktanbieter schreibt:
Welche konkreten Informationen würden Sie anfordern, bevor diese Aussage in eine Auswahlentscheidung einfließt?
Denken Sie beispielsweise an:
Prüfen Sie, ob Sie ergonomische und nachhaltigkeitsbezogene Kriterien bei der Auswahl von IT-Arbeitsmitteln nachvollziehbar berücksichtigen können.
Alle Fragen und Antwortmöglichkeiten dieses Selbsttests wurden für SemaTrain eigenständig entwickelt.
PRAXISAUFGABE
Selbsttraining – keine Abgabe erforderlich.
Ihre Bearbeitung wird von SemaTrain derzeit weder
hochgeladen noch an einen Trainer übermittelt.
Erweitern Sie Ihre Nutzwertanalyse aus LF2.5 um:
Dokumentieren Sie für jedes Kriterium:
Berechnen Sie noch keine Stromkosten und führen Sie noch keinen detaillierten Energievergleich durch. Das folgt in LF2.7.
SELBSTKONTROLLE
REFLEXION
Können Sie jetzt erklären:
Curriculum-Grundlage:
KMK-Rahmenlehrplan für Fachinformatikerinnen und
Fachinformatiker, Lernfeld 2.
Rechtsgrundlage – Bildschirmarbeitsplätze:
Arbeitsstättenverordnung, Anhang 6:
Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen.
Arbeitsstättenverordnung – Anhang
Offizielle Fachquelle – Ergonomie:
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:
Moderne Bildschirmarbeit.
BAuA – Moderne Bildschirmarbeit
Offizielle Fachquelle – nachhaltige IT-Beschaffung:
Umweltbundesamt:
Beschaffungsleitfaden für Computer, Tastaturen und
Computermäuse, aktualisiert 10.08.2026.
Umweltbundesamt – Beschaffungsleitfaden
Offizielle Fachquelle – Wiederverwendung:
Umweltbundesamt:
Nachhaltige Beschaffung und Nutzungsdauerverlängerung
von IKT-Geräten.
Umweltbundesamt – IKT-Geräte und Nutzungsdauer
Umweltkennzeichnung:
Blauer Engel – Computer, Tastaturen und Mäuse,
DE-UZ 78, Ausgabe 2024.
Einordnung des Umweltzeichens:
Der Blaue Engel ist eine freiwillige und unabhängige
Produktkennzeichnung.
Blauer Engel – Unser Zeichen für die Umwelt
Quellenstand für diese Lernetappe geprüft: 14.09.2026.
Clean-Room-Einordnung:
Sämtliche Erklärungen, Fälle, Tabellenstrukturen,
Prüffragen, Praxisaufgaben, MC-Fragen,
Antwortoptionen und Lösungen wurden eigenständig
für SemaTrain entwickelt.