Kundenwunsch
Eine zunächst häufig allgemeine Aussage darüber, was der Kunde erreichen oder erhalten möchte.
Beispiel: „Die neuen Rechner sollen schnell sein.“
LF2 · Informieren
Vom unscharfen Kundenwunsch zur dokumentierten Nutzungssituation.
Lernfeld 2 · Arbeitsplätze nach Kundenwunsch ausstatten
Curriculum-Faden
Handlungsphase: Informieren
Eine zunächst allgemeine Kundenaussage systematisch klären, Nutzungssituation und Rahmenbedingungen erfassen sowie offene Informationsbedarfe erkennen.
LF1: Markt, Kundenbeziehungen und die Rolle des Unternehmens im Kundenkontext.
LF2.2 leitet aus dem geklärten Bedarf konkrete Anforderungen an Hardware und Software ab.
Noch keine Produktauswahl, keine Nutzwertanalyse und keine Beschaffung. Im Mittelpunkt steht ausschließlich die saubere Klärung des Kundenbedarfs.
Curriculumquelle: KMK-Rahmenlehrplan Fachinformatiker, Lernfeld 2
Die fiktive Nordstern IT-Service GmbH erhält eine Anfrage vom ebenfalls fiktiven K-27 Medienbüro.
Die erste Nachricht lautet:
Diese Aussage enthält bereits wichtige Hinweise. Für eine belastbare technische Auswahl reicht sie jedoch noch nicht aus.
Ihre erste Aufgabe besteht deshalb nicht darin, einen Rechner auszuwählen. Sie müssen zunächst verstehen, was der Kunde mit den Arbeitsplätzen tatsächlich erreichen möchte.
Lernfeld 2 beginnt mit der Analyse von Kundenanforderungen. Bevor Hardware oder Software ausgewählt werden kann, muss die Nutzungssituation ausreichend verstanden sein.
Eine zunächst häufig allgemeine Aussage darüber, was der Kunde erreichen oder erhalten möchte.
Beispiel: „Die neuen Rechner sollen schnell sein.“
Die genauer verstandene berufliche oder betriebliche Situation hinter dem Wunsch.
Beispiel: Die Beschäftigten bearbeiten gleichzeitig Büroanwendungen, große Präsentationen und regelmäßig Bildmaterial.
Eine daraus abgeleitete Bedingung, die eine spätere Lösung erfüllen soll.
Die konkreten technischen Anforderungen werden im nächsten Modul LF2.2 entwickelt.
Diese Darstellung ist ein eigenständig entwickeltes SemaTrain-Modell für die Bedarfsklärung.
Für K-27 könnten beispielsweise folgende Bereiche geklärt werden:
Eine gute Klärungsfrage hilft, eine relevante Informationslücke zu schließen.
Beispiel:
Die Rückfragen legen noch kein Produkt fest. Sie helfen lediglich, die Nutzungssituation genauer zu verstehen.
Während der Bedarfsklärung sollten Informationen nicht vermischt werden.
Der Kunde hat zwölf Arbeitsplätze genannt.
Es ist noch nicht geklärt, ob zwei Monitore pro Arbeitsplatz benötigt werden.
Wir vermuten, dass vorhandene Monitore weiterverwendet werden sollen. Der Kunde hat dies aber noch nicht bestätigt.
„Der Kunde hat Büro-PC gesagt. Ich weiß also schon, welche Hardware er braucht.“
Der Begriff beschreibt noch keine eindeutige technische Konfiguration.
Zwei Büroarbeitsplätze können völlig unterschiedliche Anforderungen haben, wenn beispielsweise einer nur Browser und Textverarbeitung nutzt und der andere regelmäßig große Bild- oder Videodateien bearbeitet.
K-27 ergänzt:
Ihre Aufgabe: Formulieren Sie mindestens fünf sinnvolle Rückfragen, bevor Sie technische Anforderungen festlegen.
Achten Sie darauf, noch keine konkrete Hardware vorwegzunehmen.
Nach einem Kundengespräch kann das Ergebnis beispielsweise in vier Bereichen dokumentiert werden:
Was wissen wir sicher über Nutzung und Ziel?
Welche zeitlichen, finanziellen oder organisatorischen Grenzen gelten?
Was muss noch mit dem Kunden geklärt werden?
Welche Vermutungen dürfen noch nicht als feststehend behandelt werden?
TRANSFER
Ein anderer Kunde sagt:
Welche Informationen müssten Sie mindestens klären, bevor daraus technische Anforderungen entstehen?
Denken Sie beispielsweise an Nutzung, Mobilität, Anwendungen, Laufzeit, Anschlüsse und Rahmenbedingungen, ohne bereits ein konkretes Produkt auszuwählen.
Prüfen Sie, ob Sie Kundenwünsche, Bedarf, Anforderungen und offene Informationsbedarfe voneinander unterscheiden können.
Alle Fragen und Antwortmöglichkeiten dieses Selbsttests wurden für SemaTrain eigenständig entwickelt.
PRAXISAUFGABE
Selbsttraining – keine Abgabe erforderlich.
Bearbeiten Sie die Aufgabe für Ihre eigene Lernkontrolle.
Ihre Bedarfsliste wird von SemaTrain derzeit weder
hochgeladen noch an einen Trainer übermittelt.
Ausgangsaussage:
Erstellen Sie eine Bedarfsklärung mit vier Bereichen:
Treffen Sie dabei noch keine konkrete Produktentscheidung.
SELBSTKONTROLLE
Prüfen Sie Ihre Bedarfsklärung:
REFLEXION
Können Sie jetzt erklären:
Curriculum-Grundlage:
KMK-Rahmenlehrplan für Fachinformatikerinnen und
Fachinformatiker, Lernfeld 2.
Lernfeld 2 verlangt die Analyse von Kundenanforderungen als Ausgangspunkt für die weitere Ausstattung eines IT-Arbeitsplatzes.
Einordnung:
Das Schema zur Bedarfsklärung, K-27 Medienbüro,
sämtliche Beispiele, Rückfragen, Praxisfälle,
Übungen, MC-Fragen, Antwortoptionen und Lösungen
wurden eigenständig für SemaTrain entwickelt.
Für die fachlichen Kerninhalte von LF2.1 ist keine spezielle Rechtsnorm erforderlich.