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SemaTrain Fachinformatiker LF1–LF3 verfügbar

LF1 · Planen, erstellen und präsentieren

LF1.7 – Unternehmenspräsentation planen

Vom Präsentationsziel über die Inhaltsauswahl bis zum eigenen Storyboard.

Lernfeld 1 · Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben

Curriculum-Faden

Diese Teilkompetenz bauen Sie hier auf

Handlungsphase: Planen, erstellen und präsentieren

Eine adressatengerechte multimediale Unternehmensdarstellung planen, gegebenenfalls im Team abstimmen, ausarbeiten und tatsächlich präsentieren.

Baut auf

Unternehmensziele, Markt, Wertschöpfung, Organisation, eigene Rolle und Kompetenzentwicklung aus LF1.1 bis LF1.6.

Bereitet vor

LF1.8 prüft die Qualität des Ergebnisses und leitet Verbesserungen ab.

Bewusste Abgrenzung dieser Lektion

Keine Übernahme fremder Präsentationen oder Designvorlagen; Schwerpunkt ist die adressatengerechte berufliche Kommunikation.

Curriculumquelle: KMK-Rahmenlehrplan Fachinformatiker, Lernfeld 1

Berufliche Ausgangssituation

Bei der fiktiven Nordstern IT-Service GmbH findet ein Einführungstag für neue Auszubildende statt.

Sie sollen das Unternehmen in einer kurzen Präsentation vorstellen.

Dafür stehen Ihnen nur fünf bis sieben Minuten zur Verfügung. Sie müssen deshalb entscheiden, welche Informationen für die neue Zielgruppe wirklich wichtig sind und wie diese verständlich dargestellt werden können.

Was verlangt das Lernfeld?

Lernfeld 1 sieht vor, dass Unternehmensdarstellungen geplant und erstellt werden und dabei die jeweilige Zielgruppe berücksichtigt wird.

Die bisherigen Module liefern dafür bereits wesentliche Inhalte:

  • Unternehmensziele,
  • Markt und Kunden,
  • Wertschöpfung,
  • Organisation und Rechtsform,
  • eigene Rolle und Entscheidungsspielraum,
  • berufliche Weiterentwicklung.
Kernidee: Eine gute Präsentation zeigt nicht alles, was Sie wissen. Sie zeigt das, was die Zielgruppe für das festgelegte Ziel verstehen muss.

1. Zielgruppe bestimmen

Bevor Inhalte ausgewählt werden, sollte geklärt sein, für wen die Präsentation bestimmt ist.

Für neue Auszubildende könnten beispielsweise folgende Fragen besonders wichtig sein:

  • Was macht das Unternehmen?
  • Für welche Kunden arbeitet es?
  • Wie entsteht die angebotene Leistung?
  • Welche Bereiche und Ansprechpartner gibt es?
  • Wo befindet sich die eigene Rolle im Unternehmen?

Eine Geschäftsführung, ein Kunde oder ein neuer Kollege könnte dagegen andere Informationen benötigen.

2. Präsentationsziel festlegen

Ein Präsentationsziel beschreibt, was die Zuhörenden nach der Präsentation verstanden haben sollen.

Beispiel für Nordstern:
„Neue Auszubildende können nach der Präsentation erklären, welche Leistungen Nordstern anbietet, wie das Unternehmen grundlegend organisiert ist und wo ihre eigene Tätigkeit zur Kundenleistung beiträgt.“

3. Inhalte auswählen

Unternehmen Ziele und Leistungsschwerpunkte
Markt Kunden und Umfeld
Wertschöpfung Wie entsteht Kundennutzen?
Organisation Bereiche und Zuständigkeiten
Eigene Rolle Wo trage ich zur Leistung bei?

Diese Reihenfolge ist ein eigenständig entwickeltes SemaTrain-Beispiel. Je nach Unternehmen, Zielgruppe und Präsentationsziel kann eine andere Struktur sinnvoller sein.

4. Einen roten Faden entwickeln

Eine verständliche Kurzpräsentation kann beispielsweise in drei Phasen gegliedert werden:

Einstieg

Warum wird das Unternehmen vorgestellt und was sollen die Zuhörenden anschließend wissen?

Hauptteil

Die ausgewählten Inhalte werden in einer nachvollziehbaren Reihenfolge erklärt und miteinander verbunden.

Abschluss

Die wichtigsten Aussagen werden zusammengeführt und gegebenenfalls ein Ausblick gegeben.

5. Die Zeit planen

Bei fünf bis sieben Minuten Präsentationszeit ist eine konsequente Auswahl notwendig.

Eine mögliche Planung wäre beispielsweise:

  • ca. 30–45 Sekunden Einstieg,
  • ca. 4–5 Minuten Hauptteil,
  • ca. 30–60 Sekunden Abschluss.

Diese Werte sind keine verbindliche Regel. Entscheidend ist, dass das Präsentationsziel innerhalb der verfügbaren Zeit verständlich erreicht werden kann.

6. Medien gezielt einsetzen

Eine multimediale Darstellung ist nicht automatisch besser, nur weil sie besonders viele Medien enthält.

Ein Medium sollte eine konkrete Funktion erfüllen, beispielsweise:

  • eine Struktur sichtbar machen,
  • einen Zusammenhang veranschaulichen,
  • komplexe Informationen reduzieren,
  • eine wichtige Aussage unterstützen.
Merksatz: Nicht möglichst viele Medien einsetzen, sondern das jeweils passende Medium.

Medien und Quellen sauber verwenden

Für eine eigene Präsentation sollten nach Möglichkeit selbst erstellte Darstellungen oder Materialien verwendet werden, deren Nutzung eindeutig geklärt ist.

Bei fremdem Material müssen die konkrete Nutzungsgrundlage und gegebenenfalls erforderliche Quellen- oder Lizenzangaben geprüft werden.

Für die SemaTrain-Lerninhalte selbst gilt deshalb: fremde Schulungsfolien, fremde Grafiken und nicht geklärte Bilder werden nicht als Contentvorlage übernommen.

Typischer Denkfehler

„Je mehr Text auf den Folien steht, desto vollständiger ist meine Präsentation.“

Zu viel Information kann die zentrale Aussage verdecken. Folien sollen die Präsentation unterstützen und nicht ein vollständiges Manuskript ersetzen.

Praxisfall: sieben Minuten für Nordstern

Sie haben Material für ungefähr 20 Minuten gesammelt, dürfen aber höchstens sieben Minuten präsentieren.

Ihre Zielgruppe sind neue Auszubildende.

Ihre Aufgabe: Wählen Sie fünf Kerninformationen aus, die Sie unbedingt behalten würden, und begründen Sie kurz Ihre Auswahl.

7. Storyboard statt sofort Folien bauen

Bevor einzelne Folien gestaltet werden, kann ein einfaches Storyboard helfen.

1 Einstieg und Ziel
2 Unternehmen und Kunden
3 Wertschöpfung
4 Organisation
5 Eigene Rolle
6 Kernaussage und Abschluss

Für jeden Abschnitt können Sie notieren:

  • Welche Kernbotschaft soll vermittelt werden?
  • Welche Information wird dafür benötigt?
  • Welche Darstellung unterstützt das Verständnis?
  • Wie viel Zeit soll ungefähr eingeplant werden?

Auch im Team planen

Eine Unternehmensdarstellung kann gemeinsam vorbereitet werden. Dabei reicht es nicht, einzelne Folien unabhängig voneinander zu erstellen. Das Team muss sich auf Zielgruppe, Kernaussagen, Reihenfolge und Übergänge verständigen.

Eine einfache Aufgabenverteilung könnte zum Beispiel so aussehen:

  • eine Person prüft die fachlichen Kernaussagen,
  • eine Person achtet besonders auf Zielgruppe und Verständlichkeit,
  • eine Person koordiniert Reihenfolge und Zeit,
  • anschließend prüft das Team das Gesamtergebnis gemeinsam.

Ergebnisse wirklich präsentieren

Planung und Foliengestaltung ersetzen die eigentliche Präsentation nicht.

Führen Sie Ihren Entwurf deshalb mindestens einmal laut als vollständige fünf- bis siebenminütige Probepräsentation durch.

Selbsttraining – keine Abgabe erforderlich.
Sie können allein, vor einem Lernpartner oder in einer Lerngruppe präsentieren. Eine Aufnahme oder Übermittlung an SemaTrain ist nicht erforderlich.

Achten Sie bei der Probe besonders darauf:

  • ob der rote Faden beim Sprechen erhalten bleibt,
  • ob Fachbegriffe für die Zielgruppe verständlich sind,
  • ob die geplante Zeit realistisch ist,
  • ob Folien und andere Medien Ihre Aussagen unterstützen statt vom Vortrag abzulenken.

TRANSFER

Transfer

Die gleiche Unternehmenspräsentation soll später nicht mehr neuen Auszubildenden, sondern einem potenziellen Geschäftskunden gezeigt werden.

Welche Inhalte würden Sie anders gewichten oder weglassen – und welche Informationen würden dafür wichtiger?

Selbsttest

Selbsttest: Unternehmenspräsentation planen

Prüfen Sie, ob Sie Inhalte auswählen, eine Präsentation adressatengerecht strukturieren und geeignete Medien einsetzen können.

Alle Fragen und Antwortmöglichkeiten dieses Selbsttests wurden für SemaTrain eigenständig entwickelt.

1 Was sollte vor der Erstellung einer Unternehmenspräsentation zuerst geklärt werden?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

2 Welche Inhalte können für eine kurze Vorstellung eines IT-Unternehmens sinnvoll sein?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

3 Eine Präsentation ist auf fünf bis sieben Minuten begrenzt. Was ist die sinnvollste Konsequenz?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

4 Welche Eigenschaften unterstützen eine verständliche Präsentationsstruktur?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

5 Was bedeutet „multimedial“ bei einer Unternehmensdarstellung am sinnvollsten?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

6 Welche Vorgehensweise passt am besten zu einem sorgfältigen Umgang mit Bildern und anderen Medien?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

7 Was sollte vor der eigentlichen Präsentation geprüft werden?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

8 Die Zielgruppe sind neue Auszubildende. Welche Präsentationsentscheidung ist besonders sinnvoll?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

PRAXISAUFGABE

Praktische Lernaufgabe

Selbsttraining – keine Abgabe erforderlich.
Bearbeiten Sie diese Aufgabe für Ihre eigene Lernkontrolle. Ihre Präsentation, Folien oder sonstigen Dateien werden von SemaTrain derzeit weder hochgeladen noch an einen Trainer übermittelt.

Planen Sie eine fünf- bis siebenminütige Unternehmenspräsentation für neue Auszubildende.

Erstellen Sie zunächst nur ein Storyboard mit:

  1. Zielgruppe,
  2. Präsentationsziel,
  3. fünf bis sechs Inhaltsabschnitten,
  4. Kernaussage jedes Abschnitts,
  5. geplanter Darstellungsform,
  6. ungefährem Zeitbedarf.

Prüfen Sie anschließend, ob jeder Abschnitt tatsächlich zum Präsentationsziel beiträgt.

Selbstcheck vor der Ausarbeitung

  • Ist die Zielgruppe eindeutig?
  • Ist das Präsentationsziel konkret?
  • Sind die Inhalte sinnvoll priorisiert?
  • Gibt es einen nachvollziehbaren roten Faden?
  • Ist die Zeit realistisch geplant?
  • Unterstützen die Medien die Aussagen?
  • Sind verwendete Materialien selbst erstellt oder ihre Nutzung geklärt?

REFLEXION

Reflexion

Können Sie jetzt erklären:

  • warum Zielgruppe und Präsentationsziel vor der Foliengestaltung feststehen sollten,
  • warum eine kurze Präsentation eine bewusste Inhaltsauswahl verlangt,
  • was ein roter Faden für die Verständlichkeit leistet,
  • warum Medien nur eingesetzt werden sollten, wenn sie eine Aussage tatsächlich unterstützen?

Quellen & Einordnung

Curriculum-Grundlage:
KMK-Rahmenlehrplan für Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker, Lernfeld 1.

Lernfeld 1 sieht die Planung und Erstellung adressatengerechter multimedialer Darstellungen zum Unternehmen vor.

KMK-Rahmenlehrplan öffnen

Einordnung:
Die dargestellte Präsentationsstruktur, das Storyboard, sämtliche Beispiele, Praxisfälle, Übungen, MC-Fragen, Antwortoptionen und Lösungen wurden eigenständig für SemaTrain entwickelt.

Für die fachlichen Kerninhalte dieser Lektion ist keine spezielle Rechtsnorm erforderlich.

Quellen- und Methodikprinzip von SemaTrain ansehen

Nächster Lernschritt

Im abschließenden Modul von Lernfeld 1 prüfen Sie die Qualität Ihrer geplanten Unternehmensdarstellung, entwickeln Verbesserungen und reflektieren Ihre eigene Rolle und Ihr Vorgehen.

LF1.8 – Qualität prüfen und reflektieren öffnen