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SemaTrain Fachinformatiker LF1–LF3 verfügbar

LF1 · Prüfen, verbessern und reflektieren

LF1.8 – Qualität prüfen und reflektieren

Ergebnisse systematisch bewerten, gezielt verbessern und das eigene berufliche Handeln reflektieren.

Lernfeld 1 · Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben

Curriculum-Faden

Diese Teilkompetenz bauen Sie hier auf

Handlungsphase: Prüfen, verbessern und reflektieren

Das eigene Arbeitsergebnis anhand nachvollziehbarer Kriterien prüfen, Verbesserungen ableiten und die eigene Rolle sowie das eigene Vorgehen reflektieren.

Baut auf

Unternehmensdarstellung aus LF1.7.

Bereitet vor

Übergang zu LF2: einen konkreten Kundenauftrag vom Kundenwunsch bis zur Arbeitsplatzübergabe bearbeiten.

Bewusste Abgrenzung dieser Lektion

Keine formale Abgabe an SemaTrain; offene Arbeitsergebnisse bleiben Selbsttraining.

Curriculumquelle: KMK-Rahmenlehrplan Fachinformatiker, Lernfeld 1

Berufliche Ausgangssituation

Sie haben Ihre Unternehmenspräsentation für die fiktive Nordstern IT-Service GmbH vorbereitet.

Bevor sie beim Einführungstag eingesetzt wird, führen Sie eine Probe durch.

Dabei stellt sich heraus:

  • die Präsentation dauert zu lange,
  • einige interne Begriffe werden nicht erklärt,
  • die Wertschöpfungskette ist verständlich dargestellt,
  • die eigene Rolle der Auszubildenden bleibt jedoch unklar.

Ihre Aufgabe ist jetzt nicht mehr, möglichst viele neue Inhalte hinzuzufügen. Sie müssen die Qualität des vorhandenen Ergebnisses prüfen und gezielt verbessern.

Was verlangt das Lernfeld?

Zum Abschluss von Lernfeld 1 sollen Ergebnisse nicht nur erstellt und präsentiert werden.

Die Qualität des eigenen Arbeitsergebnisses soll anhand nachvollziehbarer Kriterien überprüft werden. Aus der Bewertung werden Verbesserungsmöglichkeiten entwickelt. Außerdem wird die eigene Rolle und das eigene Handeln reflektiert.

Kernidee: Eine Aufgabe ist nicht automatisch abgeschlossen, sobald ein erstes Ergebnis vorliegt. Professionelles Arbeiten umfasst auch Prüfen, Verbessern und Reflektieren.

Der Qualitätskreislauf

1. Kriterien Woran erkennen wir ein gutes Ergebnis?
2. Prüfen Wie erfüllt der aktuelle Entwurf die Kriterien?
3. Feedback Welche konkreten Beobachtungen liegen vor?
4. Verbessern Welche Änderung löst das erkannte Problem?
5. Erneut prüfen Hat die Änderung tatsächlich geholfen?
6. Reflektieren Was nehme ich für die nächste Aufgabe mit?

Der dargestellte Qualitätskreislauf ist ein eigenständig entwickeltes SemaTrain-Lernmodell.

1. Qualitätskriterien festlegen

Eine Bewertung ist besonders hilfreich, wenn vorher klar ist, worauf geachtet werden soll.

Für die Nordstern-Unternehmenspräsentation könnten beispielsweise folgende Kriterien verwendet werden:

Inhalt

Sind die wesentlichen Aussagen fachlich richtig und für das Präsentationsziel relevant?

Zielgruppe

Sind Sprache, Erklärungen und Informationstiefe für neue Auszubildende verständlich?

Struktur

Ist ein nachvollziehbarer roter Faden erkennbar?

Zeit

Kann die Präsentation im vorgesehenen Zeitrahmen verständlich durchgeführt werden?

Medien

Unterstützen die verwendeten Darstellungen die zentralen Aussagen?

Eigene Rolle

Wird deutlich, wie die eigene Tätigkeit in das Unternehmen und seine Wertschöpfung eingebunden ist?

2. Prüfen statt nur „gefällt mir“

Eine Aussage wie „Die Präsentation gefällt mir“ ist als persönliche Reaktion möglich, hilft für eine systematische Qualitätsprüfung aber nur begrenzt.

Aussagekräftiger wäre beispielsweise:

„Das Organigramm macht die drei Unternehmensbereiche verständlich. Im folgenden Abschnitt fehlen jedoch Erklärungen für zwei interne Abkürzungen, sodass neue Auszubildende den Zusammenhang vermutlich nicht nachvollziehen können.“

Hier wird deutlich:

  • was beobachtet wurde,
  • welches Qualitätskriterium betroffen ist,
  • wo konkreter Verbesserungsbedarf besteht.

3. Feedback nutzbar machen

Hilfreiches Feedback sollte möglichst konkret sein.

Pauschal

„Die Präsentation ist zu kompliziert.“

Konkreter

„Im Abschnitt zur Organisation werden drei interne Abkürzungen verwendet, die für neue Auszubildende nicht erklärt werden.“

Verbesserungsorientiert

„Schreiben Sie die Begriffe beim ersten Auftreten aus und prüfen Sie, ob die Abkürzungen danach überhaupt noch benötigt werden.“

Typischer Denkfehler

„Wenn ich etwas verbessern soll, muss ich mehr Inhalt hinzufügen.“

Verbesserung kann genauso bedeuten:

  • unwichtige Inhalte zu entfernen,
  • einen Zusammenhang verständlicher zu erklären,
  • eine Darstellung zu vereinfachen,
  • die Reihenfolge zu verändern,
  • eine Aussage präziser zu formulieren.

Praxisfall: Die Präsentation ist zu lang

Ihre Probe dauert neun Minuten. Vorgesehen sind höchstens sieben Minuten.

Alle enthaltenen Aussagen sind grundsätzlich richtig.

Ihre Aufgabe: Beschreiben Sie, warum „einfach schneller sprechen“ keine besonders gute Qualitätsmaßnahme ist. Nennen Sie anschließend zwei bessere Möglichkeiten.

4. Verbesserungen priorisieren

Nicht jeder festgestellte Punkt ist gleich wichtig.

Eine sinnvolle Reihenfolge kann sein:

  1. fachliche Fehler beseitigen,
  2. Probleme mit dem Präsentationsziel beheben,
  3. Verständlichkeit für die Zielgruppe verbessern,
  4. Struktur und Zeit optimieren,
  5. gestalterische Details nachrangig bearbeiten.

So wird zuerst an den Punkten gearbeitet, die für die Qualität des Ergebnisses besonders relevant sind.

5. Nach der Änderung erneut prüfen

Eine Verbesserung sollte nicht nur durchgeführt, sondern anschließend auch überprüft werden.

Beispiel:

Problem: Die eigene Rolle der Auszubildenden ist unklar.

Änderung: Ein konkreter Arbeitsschritt wird in die Wertschöpfungskette eingeordnet.

Erneute Prüfung: Kann eine Testperson danach erklären, welchen Beitrag die Tätigkeit zur Gesamtleistung leistet?

6. Das eigene Vorgehen reflektieren

Reflexion richtet sich nicht nur auf die fertige Präsentation.

Sie betrachtet auch den eigenen Arbeitsprozess:

  • Was hat gut funktioniert?
  • Wo habe ich unnötig Zeit verloren?
  • Welche Informationen fehlten mir zunächst?
  • Welche Rückfragen hätte ich früher stellen sollen?
  • Welche Entscheidung würde ich beim nächsten Mal anders treffen?
  • Was möchte ich künftig beibehalten?

Die eigene Rolle reflektieren

Lernfeld 1 endet bewusst nicht nur mit einer Beschreibung des Unternehmens.

Sie sollen auch erkennen, wie Sie selbst in dieses Unternehmen eingebunden sind:

  • Welche Aufgaben übernehmen Sie?
  • Wo tragen Sie zur Wertschöpfung bei?
  • Welche Entscheidungen dürfen Sie selbst treffen?
  • Wo benötigen Sie Unterstützung oder zusätzliche Kompetenz?
  • Wie beeinflusst Ihre Arbeit andere Personen oder Prozesse?

TRANSFER

Transfer

Ein technischer Arbeitsauftrag wurde erfolgreich abgeschlossen, hat aber deutlich länger gedauert als geplant.

Warum reicht die Aussage „Hauptsache, es funktioniert“ für eine professionelle Reflexion nicht aus?

Übertragen Sie dabei die Qualitätslogik dieser Lektion von der Präsentation auf einen technischen Arbeitsprozess.

Selbsttest

Selbsttest: Qualität prüfen und reflektieren

Prüfen Sie, ob Sie Arbeitsergebnisse anhand nachvollziehbarer Kriterien bewerten, Feedback nutzen und Verbesserungen ableiten können.

Alle Fragen und Antwortmöglichkeiten dieses Selbsttests wurden für SemaTrain eigenständig entwickelt.

1 Warum sollten Qualitätskriterien möglichst vor der abschließenden Bewertung festgelegt werden?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

2 Welche Kriterien können für eine kurze Unternehmenspräsentation sinnvoll sein?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

3 Die Präsentation enthält fachlich richtige Informationen, ist für neue Auszubildende aber voller unerklärter interner Abkürzungen. Welches Qualitätskriterium ist vor allem betroffen?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

4 Welche Merkmale kennzeichnen hilfreiches Feedback besonders gut?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

5 Eine Probepräsentation dauert neun statt maximal sieben Minuten. Was ist die sinnvollste Reaktion?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

6 Was bedeutet Reflexion im beruflichen Lernprozess am treffendsten?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

7 Welche Fragen eignen sich für eine abschließende Selbstreflexion?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

8 Nach der Probe erhält Nordstern das Feedback: „Die Wertschöpfungskette war verständlich, aber die eigene Rolle der Auszubildenden blieb unklar.“ Was ist der sinnvollste nächste Schritt?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

PRAXISAUFGABE

Praktische Lernaufgabe

Selbsttraining – keine Abgabe erforderlich.
Bearbeiten Sie diese Aufgabe für Ihre eigene Lernkontrolle. Ihre Präsentation, Checkliste oder sonstigen Dateien werden von SemaTrain derzeit weder hochgeladen noch an einen Trainer übermittelt.

Nehmen Sie den in LF1.7 geplanten Präsentationsentwurf oder erstellen Sie einen neuen kurzen Entwurf.

Bewerten Sie ihn anhand dieser sechs Kriterien:

  1. fachliche Richtigkeit,
  2. Relevanz für das Präsentationsziel,
  3. Verständlichkeit für die Zielgruppe,
  4. nachvollziehbare Struktur,
  5. realistische Präsentationszeit,
  6. sinnvoller Medieneinsatz.

Notieren Sie anschließend:

  • zwei Stärken,
  • zwei konkrete Verbesserungsmöglichkeiten,
  • eine Änderung, die Sie zuerst umsetzen würden,
  • eine Erkenntnis über Ihr eigenes Vorgehen.

Von der ersten Information bis zur Reflexion

Die acht Module bilden zusammen eine vollständige berufliche Handlung.

Informieren

Unternehmen, Ziele, Leitbild und Weiterentwicklungsmöglichkeiten erschließen.

Analysieren und erkunden

Markt, Kunden, Wertschöpfung, Leistungsschwerpunkte und Organisation einordnen.

Planen und erstellen

Eine adressatengerechte Unternehmensdarstellung vorbereiten und ausarbeiten.

Präsentieren

Das Ergebnis tatsächlich vorstellen und dabei Zielgruppe, Struktur und Zeit berücksichtigen.

Prüfen und verbessern

Das Ergebnis anhand nachvollziehbarer Kriterien bewerten und gezielt überarbeiten.

Reflektieren

Die eigene Rolle, Entscheidungen und das eigene Vorgehen rückblickend beurteilen.

Abschlusscheck Lernfeld 1

Nach den acht Modulen sollten Sie die folgenden Zusammenhänge grundlegend erklären können:

  • ökonomische, ökologische und soziale Unternehmensziele,
  • Markt, Kunden und Wettbewerbsumfeld,
  • Wertschöpfung und eigener Beitrag,
  • Aufbauorganisation und Rechtsform,
  • eigener Entscheidungs- und Handlungsspielraum,
  • berufliche Kompetenzentwicklung,
  • adressatengerechte Unternehmensdarstellung,
  • Qualitätsprüfung, Verbesserung und Reflexion.

REFLEXION

Reflexion

Beantworten Sie zum Abschluss für sich:

  • Welchen Teil von Lernfeld 1 kann ich bereits sicher auf meinen eigenen Ausbildungsbetrieb übertragen?
  • Bei welchem Thema benötige ich noch Übung?
  • Welche Rolle nehme ich aktuell in betrieblichen Arbeitsprozessen ein?
  • Welche Kompetenz möchte ich als Nächstes gezielt weiterentwickeln?

Quellen & Einordnung

Curriculum-Grundlage:
KMK-Rahmenlehrplan für Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker, Lernfeld 1.

Lernfeld 1 sieht zum Abschluss die kriterienbezogene Prüfung der Qualität des erarbeiteten Ergebnisses, die Entwicklung von Verbesserungsmöglichkeiten und die Reflexion der eigenen Rolle und des eigenen Handelns vor.

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Einordnung:
Der Qualitätskreislauf, die Bewertungskriterien, Feedbackbeispiele, Praxisfälle, Übungen, MC-Fragen, Antwortoptionen und Lösungen wurden eigenständig für SemaTrain entwickelt.

Für die fachlichen Kerninhalte dieser Lektion ist keine spezielle Rechtsnorm erforderlich.

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Lernfeld 1 abgeschlossen

Sie haben alle acht Lernmodule von Lernfeld 1 durchlaufen.

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