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SemaTrain Fachinformatiker LF1–LF3 verfügbar

LF1 · Informieren und planen

LF1.6 – Fort- und Weiterbildung

Kompetenzbedarf erkennen, Lernen planen und neue Fähigkeiten in die berufliche Praxis übertragen.

Lernfeld 1 · Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben

Curriculum-Faden

Diese Teilkompetenz bauen Sie hier auf

Handlungsphase: Informieren und planen

Eigenen Kompetenzbedarf erkennen, Lernziele formulieren und geeignete Fort- oder Weiterbildungsmaßnahmen begründet auswählen.

Baut auf

Reflexion der eigenen Rolle und aktueller Befugnisse aus LF1.5.

Bereitet vor

LF1.7 führt die bisherigen Unternehmenskenntnisse in einer adressatengerechten Darstellung zusammen.

Bewusste Abgrenzung dieser Lektion

Kein Produkt- oder Zertifikatskatalog; Fokus auf Kompetenzbedarf, Lernziel, Maßnahme, Praxistransfer und Erfolgskontrolle.

Curriculumquelle: KMK-Rahmenlehrplan Fachinformatiker, Lernfeld 1

Berufliche Ausgangssituation

Die fiktive Nordstern IT-Service GmbH führt eine neue technische Plattform ein.

Sie sollen künftig Aufgaben daran übernehmen, verfügen aber bisher nur über Grundkenntnisse.

Ihre Teamleitung fragt Sie deshalb nicht einfach: „Welche Schulung möchten Sie besuchen?“

Stattdessen sollen Sie zunächst feststellen, was Sie für Ihre künftigen Aufgaben tatsächlich lernen müssen und welche Lernform dazu passt.

Was verlangt das Lernfeld?

Lernfeld 1 sieht vor, dass Sie sich mit Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen beschäftigen.

Der Rahmenlehrplan betont für IT-Berufe darüber hinaus Selbstorganisation und Lernkompetenz, weil sich Methoden, Technologien und berufliche Anforderungen verändern.

Kernidee: Berufliche Weiterentwicklung beginnt nicht mit der Auswahl eines Kurses, sondern mit der Frage: Welche Kompetenz benötige ich?

Vom Lernbedarf zum Praxistransfer

1. Bedarf erkennen Was muss ich künftig können?
2. Lernziel festlegen Was kann ich nach dem Lernen konkret tun?
3. Maßnahme auswählen Welche Lernform passt zu Ziel und Vorkenntnissen?
4. Anwenden Wie übertrage ich das Gelernte in die Praxis?
5. Prüfen Habe ich mein Lernziel tatsächlich erreicht?

1. Lernbedarf erkennen

Ein Lernbedarf entsteht beispielsweise dann, wenn zwischen einer beruflichen Anforderung und der eigenen aktuellen Kompetenz eine Lücke besteht.

Dazu können Sie sich fragen:

  • Welche Aufgabe soll ich künftig übernehmen?
  • Was kann ich bereits selbstständig?
  • Wo benötige ich Unterstützung?
  • Welche Fehler oder Unsicherheiten treten noch auf?
  • Welche Kompetenz wird künftig häufiger benötigt?

2. Ein konkretes Lernziel formulieren

„Ich möchte mehr über Netzwerke lernen“ beschreibt eine Absicht, aber noch kein besonders gut überprüfbares Lernziel.

Konkreter wäre beispielsweise:

Beispiel:
„Ich kann einen Client nach den betrieblichen Vorgaben selbstständig in ein vorhandenes Testnetz integrieren, die wesentlichen Einstellungen überprüfen und mein Vorgehen dokumentieren.“

Damit wird deutlicher, welche berufliche Handlung nach dem Lernen möglich sein soll.

3. Die passende Lernmaßnahme auswählen

Nicht jedes Lernziel benötigt dieselbe Lernform. Mögliche Formen sind beispielsweise:

Selbststudium

Dokumentationen, Fachliteratur, Lernplattformen oder strukturierte eigene Übungen können für klar umrissene Themen geeignet sein.

Interner Wissenstransfer

Kollegen können betriebliche Abläufe, Systeme und Erfahrungen unmittelbar vermitteln.

Schulung oder Kurs

Ein strukturierter Kurs kann sinnvoll sein, wenn ein größerer Kompetenzbereich systematisch aufgebaut werden soll.

Praxis mit Feedback

Eine passende berufliche Aufgabe mit Rückmeldung kann entscheidend sein, damit aus Wissen tatsächlich Können wird.

Wie vergleicht man Lernmaßnahmen?

Eine Maßnahme kann beispielsweise danach beurteilt werden:

  • Wie gut passt sie zum Lernziel?
  • Welche Vorkenntnisse werden vorausgesetzt?
  • Wie hoch sind Zeit- und Kostenaufwand?
  • Wie praxisnah ist die Lernform?
  • Kann das Gelernte zeitnah angewendet werden?
  • Wie lässt sich der Lernerfolg überprüfen?

Typischer Denkfehler

„Je mehr Zertifikate, desto größer automatisch die berufliche Kompetenz.“

Ein Zertifikat oder Teilnahmebeleg kann sinnvoll und beruflich nützlich sein.

Für die Kompetenzentwicklung bleibt jedoch entscheidend, ob das Gelernte zum tatsächlichen Bedarf passt und anschließend fachgerecht angewendet werden kann.

Praxisfall: Was soll eigentlich gelernt werden?

Nordstern möchte, dass Sie künftig häufiger Konfigurationsaufgaben an einer neuen Plattform übernehmen.

Sie können sich bereits anmelden und grundlegende Informationen abrufen, benötigen bei Konfiguration, Fehlersuche und Dokumentation jedoch noch Unterstützung.

Ihre Aufgabe: Formulieren Sie zwei konkrete Lernziele, die sich aus dieser Situation ableiten lassen.

4. Transfer: Wissen muss angewendet werden

Eine Lernmaßnahme ist nicht automatisch abgeschlossen, wenn ein Kurs oder ein Kapitel beendet wurde.

Für den Praxistransfer können beispielsweise hilfreich sein:

  • eine passende Übungsaufgabe,
  • ein Einsatz in einer sicheren Testumgebung,
  • eine reale Aufgabe unter Begleitung,
  • Feedback durch erfahrene Kollegen,
  • eigene Dokumentation und Reflexion.

5. Lernerfolg überprüfen

Am Ende sollte die ursprüngliche Frage erneut gestellt werden:

Kann ich die festgelegte berufliche Handlung jetzt selbstständig und in der erforderlichen Qualität ausführen?

Wenn nicht, kann eine weitere Übungsphase, gezieltes Feedback oder eine andere Lernmaßnahme erforderlich sein.

TRANSFER

Transfer

Sie haben eine Schulung erfolgreich abgeschlossen. Bei der ersten praktischen Aufgabe stellen Sie jedoch fest, dass Ihnen ein wichtiger Arbeitsschritt weiterhin unsicher ist.

Warum wäre es falsch, den Lernprozess nur wegen der abgeschlossenen Schulung als beendet zu betrachten?

Selbsttest

Selbsttest: Fort- und Weiterbildung

Prüfen Sie, ob Sie Lernbedarf erkennen, Lernziele formulieren und geeignete Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung auswählen können.

Alle Fragen und Antwortmöglichkeiten dieses Selbsttests wurden für SemaTrain eigenständig entwickelt.

1 Was ist ein sinnvoller erster Schritt bei der Planung der eigenen beruflichen Weiterentwicklung?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

2 Welche Kriterien können bei der Auswahl einer geeigneten Lernmaßnahme sinnvoll sein?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

3 Welches Lernziel ist am konkretesten formuliert?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

4 Welche Formen können zur beruflichen Kompetenzentwicklung beitragen?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

5 Welche Aussage über Zertifikate und berufliche Kompetenz ist am sinnvollsten?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

6 Ein Kollege empfiehlt eine Schulung zu einem aktuellen Trend. Für Ihre derzeitige Aufgabe benötigen Sie jedoch zunächst sichere Grundlagen in einem anderen Themengebiet. Was ist die sinnvollste Entscheidung?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

7 Welche Maßnahmen unterstützen den Transfer des Gelernten in die berufliche Praxis?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

8 Woran lässt sich der Erfolg einer Lernmaßnahme besonders sinnvoll überprüfen?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

PRAXISAUFGABE

Praktische Lernaufgabe

Selbsttraining – keine Abgabe erforderlich.
Bearbeiten Sie diese Aufgabe für Ihre eigene Lernkontrolle. Ihre offene Lösung wird von SemaTrain derzeit weder hochgeladen noch an einen Trainer übermittelt.

Wählen Sie eine berufliche Kompetenz aus, die Sie weiterentwickeln möchten.

Erstellen Sie dafür einen kleinen Lernplan:

  1. Welche berufliche Aufgabe soll besser gelöst werden?
  2. Was können Sie bereits?
  3. Welche konkrete Kompetenz fehlt noch?
  4. Wie lautet Ihr Lernziel?
  5. Welche Lernmaßnahme wählen Sie und warum?
  6. Wie werden Sie das Gelernte praktisch anwenden?
  7. Woran erkennen Sie, dass das Lernziel erreicht ist?

REFLEXION

Reflexion

Können Sie jetzt erklären:

  • warum eine Weiterbildung nicht mit der Auswahl eines Kurses beginnen sollte,
  • wie aus einem beruflichen Kompetenzbedarf ein konkretes Lernziel entsteht,
  • nach welchen Kriterien Lernmaßnahmen verglichen werden können,
  • warum Praxistransfer und Reflexion zum Lernprozess gehören?

Quellen & Einordnung

Curriculum-Grundlage:
KMK-Rahmenlehrplan für Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker, Lernfeld 1.

Der Rahmenlehrplan nennt in Lernfeld 1 ausdrücklich Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen. In seinen berufsbezogenen Vorbemerkungen hebt er für IT-Berufe außerdem Selbstorganisation und Lernkompetenz hervor.

KMK-Rahmenlehrplan öffnen

Einordnung:
Das Lernmodell vom Kompetenzbedarf bis zur Erfolgskontrolle, sämtliche Beispiele, Praxisfälle, Aufgaben, MC-Fragen, Antwortmöglichkeiten und Lösungen wurden eigenständig für SemaTrain entwickelt.

Für die in dieser Lektion vermittelten Kerninhalte ist keine spezielle Rechtsnorm erforderlich.

Quellen- und Methodikprinzip von SemaTrain ansehen

Nächster Lernschritt

Im nächsten Modul führen Sie die bisherigen Inhalte zusammen und planen eine adressatengerechte Unternehmenspräsentation.

LF1.7 – Unternehmenspräsentation planen öffnen