Eigene Rechte und Pflichten
Die GmbH hat als Gesellschaft selbstständig Rechte und Pflichten und kann beispielsweise vor Gericht klagen und verklagt werden.
LF1 · Erkunden
Wer macht was im Unternehmen – und was bedeutet die Rechtsform GmbH?
Lernfeld 1 · Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben
Curriculum-Faden
Handlungsphase: Erkunden
Leistungsschwerpunkte und Besonderheiten des Unternehmens erkunden sowie Aufbauorganisation und Rechtsform grundlegend einordnen.
Betriebliche Leistungserstellung aus LF1.3.
LF1.5 betrachtet den persönlichen Handlungsspielraum innerhalb dieser Organisation.
Keine vollständige Gesellschaftsrechtslehre; Rechtsnormen nur zur konkreten Einordnung des fiktiven GmbH-Beispiels.
Curriculumquelle: KMK-Rahmenlehrplan Fachinformatiker, Lernfeld 1
Sie arbeiten weiterhin bei der fiktiven Nordstern IT-Service GmbH.
Eine neue Auszubildende möchte wissen, wer für Kundenangebote zuständig ist, an wen technische Probleme eskaliert werden und warum das Unternehmen eigentlich „GmbH“ heißt.
Ihre Aufgabe besteht darin, die organisatorische Struktur des Unternehmens verständlich zu erklären und die Rechtsform davon abzugrenzen.
Lernfeld 1 sieht ausdrücklich vor, dass Sie sich mit der Organisationsstruktur beziehungsweise Aufbauorganisation und der Rechtsform des Unternehmens auseinandersetzen.
Bevor die interne Organisation betrachtet wird, sollte klar sein, welche Leistungen ein Unternehmen schwerpunktmäßig erbringt und wodurch sich seine betriebliche Situation auszeichnet.
Für einen IT-Dienstleister können beispielsweise folgende Fragen hilfreich sein:
Die Aufbauorganisation beschreibt die grundlegende Gliederung eines Unternehmens.
Sie kann beispielsweise zeigen:
Eine häufig verwendete Darstellungsform ist das Organigramm.
Dieses Organigramm ist ein eigenständig entwickeltes, vereinfachtes SemaTrain-Beispiel für das fiktive Unternehmen Nordstern. Reale Unternehmen können vollständig anders organisiert sein.
Die Aufbauorganisation betrachtet vor allem Strukturen und Zuständigkeiten.
Ein Geschäfts- oder Arbeitsprozess betrachtet dagegen, wie eine Aufgabe über mehrere Arbeitsschritte hinweg durchgeführt wird.
Eine Position im Organigramm sagt nicht automatisch, welche Rechtsgeschäfte eine Person für das Unternehmen abschließen darf.
Organisatorische Zuständigkeit und rechtliche Vertretungs- beziehungsweise Handlungsmacht müssen voneinander unterschieden werden.
Genau mit dem persönlichen Handlungs- und Entscheidungsspielraum beschäftigen wir uns in LF1.5 ausführlicher.
Die Rechtsform beschreibt den rechtlichen Rahmen, in dem ein Unternehmen organisiert ist.
Je nach Rechtsform können sich beispielsweise Unterschiede bei Vertretung, Haftung, Kapitalstruktur und weiteren rechtlichen Anforderungen ergeben.
Unser fiktives Beispielunternehmen trägt die Bezeichnung Nordstern IT-Service GmbH. Deshalb betrachten wir die GmbH hier exemplarisch.
Die GmbH hat als Gesellschaft selbstständig Rechte und Pflichten und kann beispielsweise vor Gericht klagen und verklagt werden.
Für die Verbindlichkeiten der GmbH haftet den Gläubigern nach § 13 Absatz 2 GmbHG das Gesellschaftsvermögen.
Die Aussage beschreibt die gesetzliche Grundregel der GmbH und ersetzt keine rechtliche Prüfung eines konkreten Einzelfalls.
Nach § 35 GmbHG wird die Gesellschaft grundsätzlich durch ihre Geschäftsführer gerichtlich und außergerichtlich vertreten.
§ 5 Absatz 1 GmbHG bestimmt für die GmbH ein Mindeststammkapital von 25.000 Euro.
Ein Kunde meldet eine komplexe technische Störung und möchte gleichzeitig wissen, ob daraus zusätzliche Kosten entstehen.
Die technische Analyse liegt bei Nordstern im Bereich Technik. Preisliche und vertragliche Fragen werden dagegen über die Kundenberatung geklärt.
Ihre Aufgabe: Erklären Sie, warum eine klare Aufbauorganisation in diesem Fall sinnvoll ist und welche Informationen zwischen den Bereichen ausgetauscht werden müssen.
Im Berufsalltag müssen Sie häufig wissen:
Eine technische Aufgabe ist deshalb häufig auch in organisatorische Strukturen eingebettet.
TRANSFER
Ein Auszubildender erkennt bei einer Kundeninstallation, dass zusätzliche kostenpflichtige Hardware benötigt wird.
Er ist technisch in der Lage, die Hardware auszuwählen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass er sie im Namen des Unternehmens verbindlich bestellen darf.
Welche zwei unterschiedlichen Fragen müssen hier getrennt betrachtet werden?
Hinweis: Denken Sie an fachliche Zuständigkeit einerseits und rechtlichen beziehungsweise betrieblichen Entscheidungsspielraum andererseits.
Prüfen Sie, ob Sie Aufbauorganisation und Rechtsform unterscheiden und grundlegende Merkmale einer GmbH einordnen können.
Alle Fragen und Antwortmöglichkeiten dieses Selbsttests wurden für SemaTrain eigenständig entwickelt.
PRAXISAUFGABE
Selbsttraining – keine Abgabe erforderlich.
Bearbeiten Sie diese Aufgabe für Ihre eigene Lernkontrolle.
Ihre offene Lösung wird von SemaTrain derzeit weder
hochgeladen noch an einen Trainer übermittelt.
Entwerfen Sie ein einfaches Organigramm für einen fiktiven IT-Dienstleister.
Verwenden Sie mindestens:
Beschreiben Sie anschließend einen Kundenauftrag, bei dem mindestens zwei dieser Bereiche zusammenarbeiten müssen.
REFLEXION
Können Sie jetzt erklären:
Curriculum-Grundlage:
KMK-Rahmenlehrplan für Fachinformatikerinnen und
Fachinformatiker, Lernfeld 1.
Der Rahmenlehrplan ordnet die Beschäftigung mit Aufbauorganisation und Rechtsform ausdrücklich Lernfeld 1 zu.
Einordnung:
Die Rechtsnormen belegen nur die jeweils genannten
Rechtsaussagen zur GmbH. Das Organigramm, das
Beispielunternehmen, sämtliche Erklärungen, Praxisfälle,
Aufgaben, MC-Fragen, Distraktoren und Lösungen wurden
eigenständig für SemaTrain entwickelt.
Die Darstellung dient der beruflichen Bildung und ersetzt keine Rechtsberatung für einen konkreten Einzelfall.