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SemaTrain Fachinformatiker LF1–LF3 verfügbar

LF1 · Analysieren und beschreiben

LF1.3 – Wertschöpfungskette verstehen

Vom Kundenbedarf über die IT-Leistung bis zum Kundennutzen.

Lernfeld 1 · Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben

Curriculum-Faden

Diese Teilkompetenz bauen Sie hier auf

Handlungsphase: Analysieren und beschreiben

Die betriebliche Wertschöpfung vom Kundenbedarf bis zum Kundennutzen beschreiben und den eigenen Beitrag darin einordnen.

Baut auf

Kunden, Marktteilnehmer und Kundenbedarf aus LF1.2.

Bereitet vor

LF1.4 untersucht, welche Unternehmensbereiche und Strukturen an der Leistungserstellung beteiligt sind.

Bewusste Abgrenzung dieser Lektion

Kein fremdes Wertkettenmodell und keine vertiefte Prozessmodellierung; verwendet wird eine eigenständige, vereinfachte SemaTrain-Prozessdarstellung.

Curriculumquelle: KMK-Rahmenlehrplan Fachinformatiker, Lernfeld 1

Berufliche Ausgangssituation

Die fiktive Nordstern IT-Service GmbH erhält den Auftrag, für einen Kunden zehn neue IT-Arbeitsplätze bereitzustellen.

An dem Auftrag sind mehrere Personen und Bereiche beteiligt. Ein Mitarbeiter klärt den Bedarf, eine Kollegin erstellt die technische Planung, Hardware wird beschafft, die Systeme werden eingerichtet und anschließend an den Kunden übergeben.

Sie sollen erklären, wie aus diesen einzelnen Tätigkeiten eine zusammenhängende Kundenleistung entsteht und an welcher Stelle Ihre eigene Arbeit dazu beiträgt.

Was verlangt das Lernfeld?

Lernfeld 1 verlangt, die Wertschöpfungskette des eigenen Unternehmens zu beschreiben und die eigene Rolle darin einzuordnen.

Kernidee: Ein IT-Unternehmen schafft Kundennutzen normalerweise nicht durch einen einzelnen isolierten Arbeitsschritt. Mehrere Tätigkeiten, Ressourcen und Beteiligte wirken zusammen.

Was bedeutet Wertschöpfung?

Unternehmen setzen Ressourcen ein und führen Tätigkeiten durch, um Leistungen zu erzeugen, die für interne oder externe Kunden einen Nutzen besitzen.

Zu diesen Ressourcen können beispielsweise gehören:

  • Arbeitszeit und Fachwissen,
  • Hardware und Software,
  • Daten und Informationen,
  • Infrastruktur,
  • Leistungen von Lieferanten und Partnern.

Erst durch die Verbindung mit geeigneten betrieblichen Tätigkeiten entsteht daraus eine verwertbare Leistung.

Eine vereinfachte Wertschöpfungskette

1. Kundenbedarf Problem und Anforderungen verstehen
2. Planung Lösung und Vorgehen festlegen
3. Ressourcen Hardware, Software und Leistungen bereitstellen
4. Umsetzung IT-Lösung installieren, entwickeln oder konfigurieren
5. Übergabe Ergebnis dokumentieren und bereitstellen
6. Kundennutzen Die Lösung unterstützt den betrieblichen Bedarf

Die Darstellung ist ein vereinfachtes SemaTrain-Modell. Reale betriebliche Prozesse können anders aufgebaut sein, parallel verlaufen oder zusätzliche Rückkopplungen enthalten.

Wertschöpfung ist keine Einbahnstraße

In realen Unternehmen laufen Prozesse nicht immer geradlinig ab.

Bei der technischen Umsetzung kann beispielsweise erkannt werden, dass eine Anforderung noch unklar ist. Beim Support können später Probleme auffallen, aus denen Verbesserungen für Planung oder Konfiguration abgeleitet werden.

Merksatz: Eine gute Wertschöpfungskette enthält nicht nur Arbeitsschritte, sondern auch funktionierende Übergaben, Rückmeldungen und Verbesserungsmöglichkeiten.

Typischer Denkfehler

Wertschöpfung ist nicht nur das, was unmittelbar „technisch“ aussieht.

Auch Bedarfsermittlung, Planung, Beschaffung, Dokumentation, Kommunikation, Übergabe und Support können entscheidend dafür sein, ob eine IT-Leistung für den Kunden tatsächlich nutzbar ist.

Praxisfall: Wo entsteht der Kundennutzen?

Nordstern richtet zehn neue Arbeitsplätze ein. Die Rechner funktionieren technisch einwandfrei. Allerdings wurden wichtige Benutzeranforderungen vorher nicht erfasst, sodass benötigte Anwendungen fehlen.

Ihre Aufgabe: Erklären Sie, an welcher Stelle der Wertschöpfungskette das Problem vermutlich entstanden ist und welche späteren Arbeitsschritte dadurch zusätzlich belastet werden.

Die eigene Rolle im Gesamtprozess

Auch als Auszubildender bearbeiten Sie möglicherweise nur einen Teil eines größeren Kundenauftrags. Dieser Arbeitsschritt kann trotzdem Einfluss auf die gesamte Leistung haben.

Beispiele:

Konfiguration

Eine fehlerhafte Einstellung kann spätere Störungen oder zusätzliche Supportaufwände verursachen.

Dokumentation

Unvollständige Dokumentation kann Wartung, Übergabe und Fehlersuche erschweren.

Kommunikation

Unklare Anforderungen können zu einer technisch funktionierenden, aber ungeeigneten Lösung führen.

Qualitätsprüfung

Sorgfältige Tests können Fehler erkennen, bevor die Lösung an den Kunden übergeben wird.

TRANSFER

Transfer

Ein Entwickler erstellt eine Funktion korrekt. Der Support erhält jedoch keinerlei Informationen über die Änderung.

Bei der ersten Kundenanfrage kann deshalb niemand schnell erklären, wie die neue Funktion verwendet wird.

Welche Schnittstelle innerhalb der Wertschöpfungskette müsste verbessert werden?

Selbsttest

Selbsttest: Wertschöpfung und eigene Rolle

Prüfen Sie, ob Sie Wertschöpfung, betriebliche Prozessschritte und den eigenen Beitrag zu einer Kundenleistung einordnen können.

Alle Fragen und Antwortmöglichkeiten dieses Selbsttests wurden für SemaTrain eigenständig entwickelt.

1 Was beschreibt Wertschöpfung in einem Unternehmen am treffendsten?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

2 Welche Tätigkeiten können Teil der Wertschöpfung eines IT-Dienstleisters sein?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

3 Ein Kunde benötigt zehn neue Arbeitsplätze. Was steht am sinnvollsten am Anfang der betrieblichen Leistungserstellung?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

4 Welche Ressourcen können zur Leistungserstellung eines IT-Unternehmens beitragen?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

5 Welche Aussage zur eigenen Rolle eines Auszubildenden in einer Wertschöpfungskette ist am sinnvollsten?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

6 Nordstern installiert einen neuen Arbeitsplatz technisch korrekt, dokumentiert die Zugangsdaten jedoch nicht nach den betrieblichen Vorgaben. Welche Aussage trifft am besten zu?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

7 Welche Aspekte können bei der Bewertung einer betrieblichen Wertschöpfungskette relevant sein?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

8 Ein Supportmitarbeiter meldet häufig auftretende Störungen an die Systemadministration zurück. Warum kann das zur Wertschöpfung beitragen?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

PRAXISAUFGABE

Praktische Lernaufgabe

Selbsttraining – keine Abgabe erforderlich.
Bearbeiten Sie diese Aufgabe für Ihre eigene Lernkontrolle. Ihre offene Lösung wird von SemaTrain derzeit weder hochgeladen noch an einen Trainer übermittelt.

Wählen Sie eine typische IT-Leistung, beispielsweise:

  • einen neuen Arbeitsplatz bereitstellen,
  • eine Softwarefunktion entwickeln,
  • eine Netzwerkstörung beheben,
  • einen Benutzerzugang einrichten.

Erstellen Sie dazu eine einfache Wertschöpfungskette mit mindestens fünf Schritten.

Markieren Sie anschließend:

  • wo Kundenanforderungen einfließen,
  • welche Ressourcen benötigt werden,
  • wo Qualitätsprobleme entstehen könnten,
  • welchen konkreten Nutzen der Kunde am Ende erhält.

REFLEXION

Reflexion

Können Sie jetzt erklären:

  • warum die technische Umsetzung nur ein Teil der Gesamtleistung sein kann,
  • wie Ihr eigener Arbeitsschritt andere Personen oder Prozesse beeinflussen kann,
  • warum gute Übergaben und Rückmeldungen für die Wertschöpfung wichtig sind?

Quellen & Einordnung

Curriculum-Grundlage:
KMK-Rahmenlehrplan für Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker, Lernfeld 1.

Der Rahmenlehrplan ordnet die Beschreibung der Wertschöpfungskette und der eigenen Rolle ausdrücklich Lernfeld 1 zu.

KMK-Rahmenlehrplan öffnen

Einordnung:
Das vereinfachte Prozessmodell, sämtliche Erklärungen, das Fallunternehmen, Praxisfälle, Aufgaben, Antwortoptionen und Lösungen wurden eigenständig für SemaTrain entwickelt.

Für dieses Kapitel ist keine spezielle Rechtsnorm erforderlich, weil hier die betriebliche Wertschöpfung und die eigene Rolle im Prozess im Mittelpunkt stehen.

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Nächster Lernschritt

Im nächsten Modul untersuchen Sie, wie ein Unternehmen organisiert ist und welche Bedeutung Aufbauorganisation und Rechtsform haben.

LF1.4 – Organisation und Rechtsform öffnen