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SemaTrain Fachinformatiker LF1–LF3 verfügbar

LF1 · Informieren

LF1.1 – Unternehmen und Unternehmensziele

Lernziele, Praxisfall, Transfer und acht eigenständig entwickelte Selbsttestfragen.

Lernfeld 1 · Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben

Curriculum-Faden

Diese Teilkompetenz bauen Sie hier auf

Handlungsphase: Informieren

Aus dem Unternehmensleitbild wirtschaftliche, ökologische und soziale Zielrichtungen erschließen und auf betriebliche Entscheidungen beziehen.

Baut auf

Einstieg in Lernfeld 1.

Bereitet vor

Die Zielsetzungen werden anschließend mit Markt, Kunden und Unternehmensumfeld verbunden.

Bewusste Abgrenzung dieser Lektion

Keine allgemeine Unternehmensstrategie und kein vollständiger Wirtschaftsunterricht; Fokus auf Zielrichtungen und ihre Bedeutung für die eigene betriebliche Einordnung.

Curriculumquelle: KMK-Rahmenlehrplan Fachinformatiker, Lernfeld 1

Berufliche Ausgangssituation

Sie beginnen Ihre Ausbildung bei der fiktiven Nordstern IT-Service GmbH. Das Unternehmen betreut kleine und mittelständische Geschäftskunden, richtet IT-Arbeitsplätze ein, betreibt Netzwerke und entwickelt kleinere Softwarelösungen.

Für einen Einführungstag neuer Auszubildender sollen Sie erklären, welche Ziele ein IT-Unternehmen verfolgen kann und warum diese Ziele bei betrieblichen Entscheidungen eine Rolle spielen.

Was verlangt das Lernfeld?

Lernfeld 1 betrachtet das Unternehmen nicht nur als technischen Arbeitsplatz. Lernende sollen sich auch mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Zielsetzungen des Unternehmens auseinandersetzen.

Später werden diese Ziele mit Markt, Kunden, Wertschöpfung, Organisation und der eigenen Rolle im Betrieb verbunden.

Wichtig: Unternehmensziele bilden einen Orientierungsrahmen für Entscheidungen. Sie können sich gegenseitig unterstützen, neutral zueinander stehen oder in Konflikt geraten.

Drei Perspektiven auf Unternehmensziele

Ökonomische Ziele

Ökonomische Ziele betreffen die wirtschaftliche Entwicklung und Stabilität eines Unternehmens.

Beispiele können wirtschaftlicher Erfolg, Zahlungsfähigkeit, Produktivität, Wachstum oder langfristige Wettbewerbsfähigkeit sein.

Ökologische Ziele

Ökologische Ziele betrachten die Auswirkungen betrieblicher Entscheidungen auf Umwelt und Ressourcen.

Beispiele sind geringerer Energieverbrauch, ressourcenschonender Hardwareeinsatz oder die Reduzierung vermeidbarer Abfälle.

Soziale Ziele

Soziale Ziele beziehen sich auf Menschen, Arbeitsbedingungen und verantwortungsvolle Zusammenarbeit.

Dazu können Weiterbildung, Gesundheitsschutz, faire Arbeitsbedingungen oder die Entwicklung von Beschäftigten gehören.

Unternehmensziele wirken zusammen

In der Praxis genügt es selten, nur ein einziges Ziel zu betrachten.

Ein energieeffizienter Arbeitsplatzrechner kann zum Beispiel zunächst einen höheren Anschaffungspreis haben, gleichzeitig aber den Energieverbrauch und damit laufende Betriebskosten reduzieren.

Merksatz: Eine fachlich gute Entscheidung bewertet nicht automatisch nur den niedrigsten Preis oder nur die höchste technische Leistung. Relevant sind die Anforderungen der konkreten betrieblichen Situation.

Typischer Denkfehler

„Ökonomisch“ bedeutet nicht automatisch „so billig wie möglich“.

Eine wirtschaftliche Betrachtung kann beispielsweise Anschaffung, Betrieb, Wartung, Lebensdauer und Folgekosten berücksichtigen.

Unternehmensleitbild als Ausgangspunkt

Unternehmen beschreiben in einem Leitbild häufig, wofür sie stehen, welche langfristigen Vorstellungen sie verfolgen und welche Grundsätze ihr Handeln orientieren sollen.

Für die Analyse in Lernfeld 1 ist dabei entscheidend, solche allgemeinen Aussagen nicht einfach zu wiederholen, sondern daraus erkennbare Zielrichtungen abzuleiten.

Ökonomisch

Welche Aussagen betreffen zum Beispiel Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit, Kundenbindung oder langfristige Entwicklung?

Ökologisch

Welche Aussagen betreffen beispielsweise Energieverbrauch, Ressourceneinsatz, Lebensdauer oder Umweltwirkungen?

Sozial

Welche Aussagen beziehen sich etwa auf Beschäftigte, Ausbildung, Zusammenarbeit, Arbeitsbedingungen oder gesellschaftliche Verantwortung?

Wichtig: Ein Leitbild enthält häufig allgemeine Orientierungen. Ein konkretes betriebliches Ziel sollte dagegen so präzise sein, dass später beurteilt werden kann, ob es erreicht wurde.

Praxisfall: zwei Arbeitsplatzvarianten

Nordstern soll zehn neue Arbeitsplätze beschaffen. Zwei technisch geeignete Varianten stehen zur Auswahl.

Variante A besitzt den niedrigeren Anschaffungspreis. Variante B kostet zunächst mehr, benötigt aber weniger Energie und soll länger eingesetzt werden können.

Ihre Aufgabe: Nennen Sie mindestens ein ökonomisches und ein ökologisches Kriterium, das vor der Entscheidung verglichen werden sollte.

TRANSFER

Transfer

Die Geschäftsleitung möchte zusätzlich stärker in die Weiterbildung der Beschäftigten investieren. Das verursacht zunächst Kosten und Arbeitszeit.

Erklären Sie, warum die Maßnahme trotzdem gleichzeitig ein soziales und mittelbar auch ein ökonomisches Ziel unterstützen kann.

Selbsttest

Selbsttest: Unternehmen und Unternehmensziele

Prüfen Sie, ob Sie Unternehmensziele unterscheiden und auf betriebliche Situationen übertragen können.

Alle Fragen und Antwortmöglichkeiten dieses Selbsttests wurden für SemaTrain eigenständig entwickelt.

1 Welches Beispiel beschreibt am eindeutigsten ein ökologisches Unternehmensziel?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

2 Welche Maßnahmen können insbesondere soziale Unternehmensziele unterstützen?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

3 Welches Ziel ist hauptsächlich ökonomisch ausgerichtet?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

4 Welche Aussagen über Unternehmensziele sind fachlich sinnvoll?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

5 Ein Unternehmen kann zwischen zwei Arbeitsplatzrechnern wählen. Gerät A ist in der Anschaffung günstiger, Gerät B benötigt deutlich weniger Energie. Welche Aussage beschreibt die Situation am besten?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

6 Welche Vorgehensweise passt am besten zur beruflichen Rolle eines Fachinformatikers, wenn mehrere technische Lösungen möglich sind?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

7 Welche Formulierungen sind als konkrete betriebliche Ziele besser überprüfbar als eine bloße Aussage wie „Wir wollen nachhaltiger werden“?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

8 Die Nordstern IT-Service GmbH möchte eine neue Arbeitsplatzserie beschaffen. Die günstigste Variante verursacht im Betrieb höhere Energiekosten als eine etwas teurere Alternative. Was wäre die fachlich sinnvollste Vorbereitung einer Entscheidung?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

PRAXISAUFGABE

Praktische Lernaufgabe

Selbsttraining – keine Abgabe erforderlich.
Bearbeiten Sie diese Aufgabe für Ihre eigene Lernkontrolle. Ihre offene Lösung wird von SemaTrain derzeit weder hochgeladen noch an einen Trainer übermittelt.

Entwickeln Sie für die fiktive Nordstern IT-Service GmbH je zwei:

  • ökonomische Ziele,
  • ökologische Ziele,
  • soziale Ziele.

Wählen Sie anschließend zwei dieser Ziele aus, zwischen denen bei einer betrieblichen Entscheidung ein Konflikt entstehen könnte.

Beschreiben Sie in drei bis fünf Sätzen, wie Sie mit diesem Zielkonflikt umgehen würden.

REFLEXION

Reflexion

Können Sie jetzt erklären:

  • warum technische Entscheidungen nicht isoliert getroffen werden sollten,
  • warum wirtschaftlich nicht automatisch „billig“ bedeutet,
  • wie ökologische, soziale und ökonomische Ziele zusammenwirken können?

Quellen & Einordnung

Curriculum-Grundlage:
KMK-Rahmenlehrplan für Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker, Lernfeld 1.

Die Erklärungen, das Beispielunternehmen, die Praxisfälle, Transferaufgaben sowie alle Selbsttestfragen wurden für SemaTrain eigenständig formuliert.

KMK-Rahmenlehrplan öffnen

Einordnung:
Der Rahmenlehrplan liefert den Curriculumbezug. Die konkrete Erklärung, die Fallkonstruktion, Praxisaufgaben und Selbsttestfragen sind eigenständig für SemaTrain entwickelt.

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Nächster Lernschritt

Als Nächstes untersuchen Sie Marktstrukturen und Kundenbeziehungen und ordnen das Unternehmen in sein wirtschaftliches Umfeld ein.

LF1.2 – Markt und Kundenbeziehungen öffnen