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SemaTrain Fachinformatiker LF1–LF3 verfügbar

LF3 · Planen

LF3.8 – IPv4-Netze und Subnetze planen

IPv4-Subnetze bedarfsgerecht dimensionieren, Netz- und Broadcastadressen bestimmen, Hostbereiche berechnen und Subnetze planen.

Lernfeld 3 · Clients in Netzwerke einbinden

Curriculum-Faden

Diese Teilkompetenz bauen Sie hier auf

Handlungsphase: Planen

IPv4-Netzadressen, Präfixe, Hostbereiche und Broadcastadressen bestimmen und eine praxisgerechte Subnetzaufteilung für die Client-Integration planen.

Baut auf

LF3.7 hat IP-Adressen und Präfixe fachlich eingeordnet.

Bereitet vor

LF3.9 verbindet Adressierung mit den vollständigen Client-Netzparametern und grundlegenden Netzwerkdiensten.

Bewusste Abgrenzung dieser Lektion

Praxisgerechtes Client-Subnetting; keine Provider-, WAN- oder Routingarchitektur.

Curriculumquelle: KMK-Rahmenlehrplan Fachinformatiker, Lernfeld 3

Berufliche Ausgangssituation

Im fiktiven K-27 Medienbüro steht für einen neuen Bürobereich das Dokumentationsnetz 192.0.2.0/24 zur Verfügung.

Geplant werden sollen:

  • Bereich A: 50 Hosts,
  • Bereich B: 25 Hosts,
  • Bereich C: 10 Hosts.
Die IPv4-Adressbereiche müssen bedarfsgerecht dimensioniert, berechnet und geprüft werden.

32 Bit aufteilen

IPv4 besitzt insgesamt 32 Bit. Bei einem Präfix /p gilt:

Hostbits h = 32 - p

Bei /27 bleiben damit fünf Hostbits: 32 - 27 = 5.

Präfix und Subnetzmaske

Präfix Subnetzmaske Hostbits
/24255.255.255.08
/25255.255.255.1287
/26255.255.255.1926
/27255.255.255.2245
/28255.255.255.2404
/29255.255.255.2483
/30255.255.255.2522

Hostkapazität

Bei h Hostbits gilt:

Gesamtadressen = 2^h

Für die hier betrachteten klassischen Client-Subnetze /24 bis /30:

nutzbare Hostadressen = 2^h - 2

Netzadresse und Broadcastadresse werden dabei nicht als normale Hostadressen verwendet. Sonderfälle wie /31 und /32 liegen außerhalb dieser Lernetappe.

Kapazitäten von /24 bis /30

Präfix Gesamt klassisch nutzbar
/24256254
/25128126
/266462
/273230
/281614
/2986
/3042

Netzadresse und Broadcast bestimmen

Betrachtet wird:

192.0.2.77/27

Ein /27 besitzt fünf Hostbits und damit 2^5 = 32 Adressen je Block.

Die Blöcke beginnen im letzten Oktett bei 0, 32, 64, 96, 128, 160, 192 und 224.

77 liegt im Block 64 bis 95.

Netzadresse 192.0.2.64
erster Host 192.0.2.65
letzter Host 192.0.2.94
Broadcastadresse 192.0.2.95

Binäre Kontrolle

WertBinär
7701001101
/27-Maske 22411100000
Netz01000000 = 64
Broadcast01011111 = 95

Die Binärdarstellung dient als Verständnis- und Kontrollwerkzeug, nicht als Selbstzweck.

Hostbedarf in ein Präfix übersetzen

Für 50 Hosts:

  • 5 Hostbits → 2^5 - 2 = 30 → zu klein.
  • 6 Hostbits → 2^6 - 2 = 62 → ausreichend.

Damit wird ein /26 benötigt.

Hostbedarf kleinstes Präfix Kapazität
50/2662
25/2730
10/2814
5/296
2/302

FLSM: gleich große Subnetze

Wird 192.0.2.0/24 in /26-Netze geteilt, werden zwei zusätzliche Netzbits verwendet.

2^2 = 4 Subnetze.

Netz Hostbereich Broadcast
192.0.2.0/26 192.0.2.1 – 192.0.2.62 192.0.2.63
192.0.2.64/26 192.0.2.65 – 192.0.2.126 192.0.2.127
192.0.2.128/26 192.0.2.129 – 192.0.2.190 192.0.2.191
192.0.2.192/26 192.0.2.193 – 192.0.2.254 192.0.2.255

VLSM: unterschiedliche Bedarfe

Sind die Hostbedarfe unterschiedlich, können unterschiedlich große Teilnetze bedarfsgerechter sein.

Für K-27 werden 50, 25 und 10 Hosts benötigt. Die Planung beginnt mit dem größten Bedarf.

Bereich Bedarf Netz Hostbereich Broadcast
A 50 192.0.2.0/26 192.0.2.1 – 192.0.2.62 192.0.2.63
B 25 192.0.2.64/27 192.0.2.65 – 192.0.2.94 192.0.2.95
C 10 192.0.2.96/28 192.0.2.97 – 192.0.2.110 192.0.2.111

Die Netzdefinitionen in CIDR-Notation lauten damit ausdrücklich:

  • 192.0.2.0/26
  • 192.0.2.64/27
  • 192.0.2.96/28

Alle drei Netze erfüllen den Bedarf, überschneiden sich nicht und liegen innerhalb von 192.0.2.0/24.

VLSM bleibt begrenzt

VLSM wird hier nur für unterschiedlich große Client-Subnetze innerhalb eines vorgegebenen Adressbereichs verwendet.

Nicht behandelt werden:

  • Route Summarization,
  • Provideradressierung,
  • WAN-Adressarchitektur,
  • Routingprotokolle,
  • Routerkonfiguration.

Planung prüfen

  1. Hostbedarf vollständig erfasst?
  2. Präfix ausreichend groß?
  3. Netzadresse korrekt?
  4. Broadcastadresse korrekt?
  5. Hostbereich korrekt?
  6. Teilnetze überschneidungsfrei?
  7. Alle Teilnetze im Ausgangsnetz?
  8. Ergebnis nachvollziehbar dokumentiert?

Typische Denkfehler

/27 = 27 Hosts

Falsch. 27 bezeichnet die Zahl der Präfixbits.

Netzadresse als Host

Im klassischen Client-Subnetz nicht als normale Hostadresse vorgesehen.

Broadcastadresse als Host

Sie liegt außerhalb des klassischen nutzbaren Hostbereichs.

Überlappende Netze

Geplante Teilnetze dürfen sich nicht überschneiden.

Bewusste curriculare Grenze

LF3.8 behandelt nicht:

  • Routingprotokolle,
  • Route Summarization,
  • Provider-/WAN-Adressierung,
  • Router-CLI,
  • DHCP-Serverkonfiguration,
  • DNS-Serverkonfiguration,
  • vollständige Client-Netzparameter.
LF3.8 = IPv4-Subnetze planen.
LF3.9 = IP-Adresse, Präfix, Gateway, DNS und DHCP aus Client-Sicht zusammenführen.

PRAXISAUFGABE

Praktische Lernaufgabe

Planen Sie innerhalb 192.0.2.0/24:

  • Redaktion: 42 Hosts,
  • Grafik: 20 Hosts,
  • Verwaltung: 10 Hosts.
  1. Bestimmen Sie die kleinsten geeigneten Präfixe.
  2. Ordnen Sie den größten Bedarf zuerst ein.
  3. Bestimmen Sie Netzadresse und Subnetzmaske.
  4. Bestimmen Sie Hostbereich und Broadcastadresse.
  5. Prüfen Sie Überschneidungen.
  6. Prüfen Sie die Zugehörigkeit zu 192.0.2.0/24.
  7. Dokumentieren Sie noch nicht Gateway, DNS oder DHCP.
Selbsttest

Selbsttest LF3.8 – IPv4-Netze und Subnetze

Prüfen Sie Präfixe, Subnetzmasken, Netz- und Broadcastadressen, Hostbereiche und Subnetzplanung.

Alle Fragen und Antwortmöglichkeiten dieses Selbsttests wurden für SemaTrain eigenständig entwickelt.

1 Welche Subnetzmaske gehört zu /27?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

2 Welche Aussagen zu klassischen IPv4-Client-Subnetzen sind richtig?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

3 192.0.2.77/27 gehört zu welchem Netz?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

4 Welche kleinsten klassischen Subnetze passen zu den Hostbedarfen?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

5 Welche Netzadresse besitzt das zweite /26 in 192.0.2.0/24?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

6 Wie viele zusätzliche Netzbits werden von /24 zu /26 verwendet?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

7 Welche Schritte gehören zu einer begrenzten VLSM-Planung?

Mehrfachauswahl – eine oder mehrere Antworten können richtig sein.

8 Wie viele klassisch nutzbare Hostadressen besitzt /30?

Einfachauswahl – genau eine Antwort ist richtig.

Praxisauftrag

Selbsttraining – keine Abgabe erforderlich.

Erstellen Sie innerhalb 192.0.2.0/24 einen eigenen Subnetzplan für mindestens drei unterschiedlich große fiktive Clientbereiche.

Dokumentieren Sie:

  • Hostbedarf,
  • Präfix,
  • Subnetzmaske,
  • Gesamtadressen,
  • nutzbare Hostadressen,
  • Netzadresse,
  • ersten Host,
  • letzten Host,
  • Broadcastadresse,
  • Überschneidungsprüfung.

SELBSTKONTROLLE

Selbstkontrolle

  • Kann ich /24 bis /30 passenden Masken zuordnen?
  • Kann ich Hostbits bestimmen?
  • Kann ich 2^h und 2^h - 2 anwenden?
  • Kann ich Netzadressen bestimmen?
  • Kann ich Broadcastadressen bestimmen?
  • Kann ich Hostbereiche bestimmen?
  • Kann ich aus einem Hostbedarf ein Präfix wählen?
  • Kann ich FLSM einordnen?
  • Kann ich begrenztes VLSM anwenden?
  • Kann ich Überschneidungen erkennen?
  • Habe ich Gateway, DNS und DHCP für LF3.9 offengelassen?

REFLEXION

Reflexion

  • Warum beeinflusst die Präfixlänge die Subnetzgröße?
  • Warum gehören Netz- und Broadcastadresse nicht zum klassischen Hostbereich?
  • Wie hängen Hostbedarf und Präfixwahl zusammen?
  • Wann sind gleich große Subnetze sinnvoll?
  • Warum kann VLSM bei unterschiedlichen Bedarfen Adressraum besser nutzen?
  • Welches Planungsergebnis übergibt LF3.8 an LF3.9?

Quellen & Einordnung

Curriculum-Grundlage:
KMK-Rahmenlehrplan für Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker, Lernfeld 3.

KMK-Rahmenlehrplan öffnen

Technische Primärquellen:

  • RFC 791 – Internet Protocol / IPv4
  • RFC 4632 – Classless Inter-domain Routing
  • RFC 5737 – IPv4 Address Blocks Reserved for Documentation

Die Rechenbeispiele verwenden den für Dokumentationszwecke vorgesehenen Bereich 192.0.2.0/24.

Clean Room:
Alle Erklärungen, Rechenwege, Szenarien, Aufgaben, Fragen, Antwortoptionen und Lösungen wurden eigenständig für SemaTrain formuliert.

Für LF3.8 ist keine zusätzliche Rechtsquelle erforderlich.

Curriculare Abgrenzung:
Gateway, DNS, DHCP und vollständige Client-Netzparameter folgen in LF3.9. Provider-, WAN- und Routingarchitekturen sind nicht Gegenstand von LF3.8.

Nächster Lernschritt

IPv4-Netze können nun dimensioniert, berechnet, aufgeteilt und geprüft werden.

LF3.9 öffnen – Client-Netzparameter, Gateway, DNS und DHCP einordnen