Technische Dokumentation
Dokumentiert den technischen Systemzustand, relevante Konfigurationen, Tests und technische Abweichungen.
LF2 · Übergeben und prüfen
Übergabereife prüfen, Anwender einweisen und den übergebenen Arbeitsplatz transparent protokollieren.
Lernfeld 2 · Arbeitsplätze nach Kundenwunsch ausstatten
Curriculum-Faden
Handlungsphase: Übergeben und prüfen
Funktionsfähigkeit dokumentieren, Ergebnisse verständlich übergeben und ein geeignetes Übergabeprotokoll erstellen.
Konfigurierter und geprüfter Arbeitsplatz.
LF2.14 bewertet Auftrag und Kundenzufriedenheit.
Keine formale Abgabe an SemaTrain.
Curriculumquelle: KMK-Rahmenlehrplan Fachinformatiker, Lernfeld 2
Die Arbeitsplätze für das fiktive K-27 Medienbüro sind aufgebaut, konfiguriert und technisch geprüft.
Der Referenzarbeitsplatz erfüllt die definierten Pflichtanforderungen. Die weiteren Arbeitsplätze wurden gegen denselben Soll-Zustand geprüft.
Nun steht die Übergabe an den Kunden bevor.
Lernfeld 2 verlangt nach Integration, Konfiguration und Inbetriebnahme ausdrücklich, den Arbeitsplatz an die Kunden zu übergeben und ein Übergabeprotokoll zu erstellen.
LF2.13 konzentriert sich deshalb auf:
Eine professionelle Übergabe beginnt nicht erst, wenn der Kunde vor dem Arbeitsplatz steht.
Vorher wird geprüft:
Damit wird die Übergabe planbar statt improvisiert.
Die technische Grundlage stammt aus LF2.12.
| Prüfpunkt | Status vor Übergabe |
|---|---|
| Systemstart | bestanden |
| zwei vorgesehene Bildschirme | bestanden |
| Tastatur und Maus | bestanden |
| Geschäftsanwendung | bestanden |
| Videokonferenzkamera | bestanden |
| Videokonferenzmikrofon | bestanden |
Ist eine zwingend benötigte Funktion noch nicht funktionsfähig, wird der Arbeitsplatz nicht einfach als vollständig fehlerfrei dokumentiert.
Stattdessen wird festgehalten:
Dokumentiert den technischen Systemzustand, relevante Konfigurationen, Tests und technische Abweichungen.
Dokumentiert, was dem Kunden in welchem Zustand übergeben, gezeigt und als offen gekennzeichnet wurde.
Beide Dokumentationen greifen ineinander, sind aber nicht identisch.
Eine sinnvolle Struktur kann enthalten:
Welche zusätzlichen Felder ein Unternehmen verwendet, richtet sich nach seinem betrieblichen Prozess.
| Feld | Fiktiver K-27-Eintrag |
|---|---|
| Projektbezug | K-27 Arbeitsplatzprojekt |
| Arbeitsplatz-ID | K27-AP-01 |
| Gerät | Nord B24 |
| Bildschirme | 2 geprüft und funktionsfähig |
| Eingabegeräte | Tastatur und Maus geprüft |
| Geschäftsanwendung | Starttest bestanden |
| Videokonferenz | Kamera und Audio geprüft |
| Einweisung | Arbeitsplatzstart, Anzeige, Geschäftsanwendung, Videokonferenz |
| Offene Pflichtpunkte | keine |
| Status | für Übergabe vorbereitet |
Alle Angaben sind vollständig fiktiv. Die Protokollstruktur wurde eigenständig für SemaTrain entwickelt.
Eine Einweisung soll dem Anwender ermöglichen, die für seine Arbeitsaufgabe relevanten Funktionen sicher nachzuvollziehen.
Dafür wird nicht automatisch jede technische Konfiguration erklärt.
Eine einfache Einweisungsstruktur lautet:
Diese Einweisungsstruktur wurde eigenständig für SemaTrain entwickelt.
Für den K-27-Arbeitsplatz könnte die Einweisung beispielsweise umfassen:
Interne Diagnosewege, nicht benötigte Administrationsdetails oder die gesamte technische Entstehungsgeschichte müssen nicht Teil einer normalen Anwenderübergabe sein.
Eine lange technische Erklärung garantiert nicht, dass der Anwender den Arbeitsplatz bedienen kann.
Besser ist eine kurze, auf die tatsächlichen Aufgaben bezogene Einweisung mit überprüfbaren Bedienhandlungen.
Falls bei einer Übergabe ein zulässiger, transparent behandelter offener Punkt besteht, muss er eindeutig beschrieben werden.
| Ungünstig | Besser |
|---|---|
| „Audio geht irgendwie nicht.“ | „Mikrofon wird im definierten Videokonferenztest noch nicht erkannt.“ |
| „Wird später gemacht.“ | „Mikrofonprüfung offen; erneuter Funktionstest nach Korrektur erforderlich.“ |
| „Alles okay.“ | „Alle dokumentierten Pflichtprüfpunkte bestanden.“ |
Die Formulierung soll den tatsächlichen Zustand beschreiben und keine unbelegte Sicherheit erzeugen.
Für ein Lernmodell können beispielsweise folgende Statuswerte verwendet werden:
| Status | Bedeutung |
|---|---|
| übergabebereit | Alle für die Übergabe definierten Pflichtprüfpunkte sind erfüllt. |
| Klärung erforderlich | Mindestens ein für die Übergabe relevanter Punkt ist noch nicht ausreichend geklärt. |
| nicht übergabebereit | Ein notwendiges Prüfkriterium ist nicht erfüllt. |
Der Status macht den Übergabezustand sichtbar, ersetzt aber nicht die dokumentierten Einzelprüfungen.
Je nach Arbeitsplatz und betrieblichem Prozess können beispielsweise übergeben oder zugänglich gemacht werden:
Im Übergabeprotokoll sollte nachvollziehbar sein, welche Unterlagen Bestandteil der Übergabe waren.
Ein Übergabeprotokoll dient der nachvollziehbaren Übergabe.
Es ist kein Sammelplatz für vertrauliche technische Informationen, die für diesen Dokumentationszweck nicht erforderlich sind.
Sensible Informationen werden entsprechend dem vorgesehenen betrieblichen Verfahren behandelt.
LF2.12 hat technische Prüfergebnisse erzeugt.
LF2.13 verwendet diese Ergebnisse, ohne alle technischen Einzelheiten erneut zu erzeugen.
So bleibt die Herkunft der Übergabeaussage nachvollziehbar.
Bei zwölf vergleichbaren Arbeitsplätzen hilft eine einheitliche Protokollstruktur.
Sie unterstützt:
Ein Standardformular ersetzt aber nicht die Prüfung des einzelnen Arbeitsplatzes.
„Das Übergabeprotokoll ist ausgefüllt. Damit ist automatisch bewiesen, dass technisch alles funktioniert.“
Nein.
Das Protokoll dokumentiert einen Zustand. Die zugrunde liegenden technischen Aussagen müssen durch die zuvor durchgeführten Prüfungen gedeckt sein.
Für den Arbeitsplatz K27-AP-01 liegen folgende fiktive Prüfergebnisse vor:
Der Anwender benötigt im Alltag:
Ihre Aufgabe:
TRANSFER
Kurz vor dem Termin fällt das Mikrofon im definierten Videokonferenztest aus.
Bearbeiten Sie folgende Fragen:
Prüfen Sie, ob Sie die Übergabereife eines Arbeitsplatzes beurteilen, Anwender adressatengerecht einweisen und die Übergabe nachvollziehbar dokumentieren können.
Alle Fragen und Antwortmöglichkeiten dieses Selbsttests wurden für SemaTrain eigenständig entwickelt.
PRAXISAUFGABE
Selbsttraining – keine Abgabe erforderlich.
Ihre Bearbeitung wird von SemaTrain derzeit weder
hochgeladen noch an einen Trainer übermittelt.
Erstellen Sie für einen vollständig fiktiven IT-Arbeitsplatz eine komplette Übergabevorbereitung.
Erarbeiten Sie:
Bewerten Sie noch nicht den gesamten Kundenauftrag und führen Sie noch keine systematische Auswertung der Kundenzufriedenheit durch. Das folgt in LF2.14.
SELBSTKONTROLLE
REFLEXION
Können Sie jetzt erklären:
Curriculum-Grundlage:
KMK-Rahmenlehrplan für Fachinformatikerinnen und
Fachinformatiker, Lernfeld 2.
Der Rahmenlehrplan sieht in Lernfeld 2 nach Integration, Konfiguration und Inbetriebnahme die Übergabe des Arbeitsplatzes an die Kunden sowie die Erstellung eines Übergabeprotokolls vor.
Methodische Einordnung:
Die dargestellte Übergabekette,
die Einweisungsstruktur,
das Statusmodell und das Übergabeprotokoll wurden
eigenständig für SemaTrain entwickelt.
Es wird keine bestimmte fremde Vorlage, kein fremdes Übergabeformular und kein Herstellerdokument reproduziert.
Curriculare Abgrenzung:
Die systematische Bewertung der Durchführung,
die Kundenzufriedenheit und Verbesserungsvorschläge
werden erst in LF2.14 bearbeitet.