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Ausbildungsplanung

Was ist der Unterschied zwischen Ausbildungsordnung, Ausbildungsrahmenplan und betrieblichem Ausbildungsplan?

Die drei Begriffe gehören zusammen, bezeichnen aber unterschiedliche Ebenen. Die Ausbildungsordnung setzt den rechtlichen Rahmen für den Ausbildungsberuf. Der Ausbildungsrahmenplan beschreibt die sachliche und zeitliche Struktur der zu vermittelnden Inhalte. Der betriebliche Ausbildungsplan überträgt diese Vorgaben auf den konkreten Ausbildungsbetrieb.

Die kurze Antwort

Man kann sich die drei Ebenen als Kette vorstellen:

Ausbildungsordnung → Ausbildungsrahmenplan → betrieblicher Ausbildungsplan

Von links nach rechts wird die Planung konkreter: vom verbindlichen Rahmen eines Ausbildungsberufs bis zur tatsächlichen Organisation der Ausbildung in einem bestimmten Betrieb.

Ebene 1

Was ist eine Ausbildungsordnung?

Für anerkannte Ausbildungsberufe werden Ausbildungsordnungen erlassen. § 4 BBiG bestimmt für seinen Anwendungsbereich, dass in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach der jeweiligen Ausbildungsordnung ausgebildet wird.

§ 5 BBiG legt fest, welche wesentlichen Bestandteile eine Ausbildungsordnung enthalten muss.

Bezeichnung des Ausbildungsberufs

Die Ausbildungsordnung bestimmt, welcher Ausbildungsberuf staatlich anerkannt ist.

Ausbildungsdauer

Sie legt die reguläre Dauer des jeweiligen Ausbildungsberufs fest.

Ausbildungsberufsbild

Es beschreibt die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die mindestens Gegenstand der Ausbildung sind.

Ausbildungsrahmenplan

Er gibt die Anleitung für die sachliche und zeitliche Gliederung der Vermittlung.

Prüfungsanforderungen

Auch die Anforderungen an die Abschlussprüfung gehören zum Regelungsbereich der Ausbildungsordnung.

Ebene 2

Was ist der Ausbildungsrahmenplan?

Der Ausbildungsrahmenplan ist kein eigenständiger betrieblicher Plan. Er ist Bestandteil der Ausbildungsordnung und konkretisiert, welche Ausbildungsinhalte in welcher sachlichen und zeitlichen Struktur vermittelt werden sollen.

Das BIBB beschreibt den Ausbildungsrahmenplan als Orientierung für die Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die während der Ausbildung erworben werden sollen. Die darin beschriebenen Inhalte bilden Mindestanforderungen der betrieblichen Ausbildung.

Der Rahmenplan beantwortet vor allem:

Welche beruflichen Inhalte müssen vermittelt werden? Wie sind diese Inhalte sachlich gegliedert? In welchem zeitlichen Rahmen sollen sie während der Ausbildung berücksichtigt werden?

Er schreibt damit nicht jede einzelne betriebliche Tätigkeit oder jeden konkreten Arbeitstag vor. Diese Übersetzung erfolgt erst im betrieblichen Ausbildungsplan.

Ebene 3

Was ist der betriebliche Ausbildungsplan?

Der betriebliche Ausbildungsplan überträgt den Ausbildungsrahmenplan auf die tatsächlichen Möglichkeiten und Abläufe eines konkreten Betriebs.

Das BIBB beschreibt, dass den Ausbildungsinhalten dabei beispielsweise konkrete Tätigkeiten und Aufgaben, Zeiträume und Lernorte zugeordnet werden.

Wer vermittelt was?

Inhalte können geeigneten Abteilungen, Arbeitsplätzen oder Ausbildungsstationen zugeordnet werden.

Wann wird etwas vermittelt?

Die Rahmenvorgaben werden auf konkrete Ausbildungszeiträume übertragen.

Wo findet die Ausbildung statt?

Der Plan kann verschiedene betriebliche Lernorte und gegebenenfalls externe Ausbildungsmaßnahmen berücksichtigen.

Welche betriebliche Aufgabe passt?

Abstraktere Ausbildungsinhalte werden mit realen Arbeits- und Geschäftsprozessen verbunden.

§ 11 BBiG verlangt in der Vertragsabfassung unter anderem Angaben zu Art, sachlicher und zeitlicher Gliederung sowie Ziel der Berufsausbildung. Das BIBB beschreibt den betrieblichen Ausbildungsplan als Teil der konkreten Ausbildungsorganisation.

Direkter Vergleich

Was unterscheidet die drei Begriffe?

Ausbildungsordnung

Ebene: Ausbildungsberuf

Sie bildet den verbindlichen rechtlichen Rahmen für die Ausbildung in diesem anerkannten Beruf.

Ausbildungsrahmenplan

Ebene: Inhalte und zeitliche Struktur

Er ist Bestandteil der Ausbildungsordnung und strukturiert die zu vermittelnden Kompetenzen.

Betrieblicher Ausbildungsplan

Ebene: konkreter Ausbildungsbetrieb

Er überträgt den Rahmen auf betriebliche Tätigkeiten, Lernorte und Zeiträume.

AEVO-Bezug

Warum ist diese Unterscheidung für die AEVO wichtig?

Die Unterscheidung gehört unmittelbar zu den berufs- und arbeitspädagogischen Anforderungen der AEVO.

§ 3 Abs. 2 Nummer 1 AEVO nennt ausdrücklich die Fähigkeit, auf Grundlage einer Ausbildungsordnung einen betrieblichen Ausbildungsplan zu erstellen, der sich insbesondere an berufstypischen Arbeits- und Geschäftsprozessen orientiert.

Damit geht es in der AEVO nicht nur darum, die drei Begriffe definieren zu können. Entscheidend ist der Zusammenhang: Eine allgemeine berufliche Vorgabe muss in eine durchführbare betriebliche Ausbildung übersetzt werden.

Die vier AEVO-Handlungsfelder einordnen →

Praxis

Wie wird aus einem Rahmenplan ein betrieblicher Plan?

Eigenes Beispiel

Angenommen, ein Ausbildungsrahmenplan verlangt, dass Auszubildende einen bestimmten beruflichen Arbeitsprozess sicher beherrschen.

Betrieb A kann diesen Inhalt in einer eigenen Fachabteilung vermitteln. Betrieb B verteilt denselben Kompetenzaufbau auf mehrere Arbeitsbereiche. Ein kleinerer Betrieb benötigt möglicherweise zusätzlich eine geeignete externe Ausbildungsmaßnahme.

Die verbindliche fachliche Zielrichtung bleibt bestehen. Der konkrete Weg wird jedoch an den Betrieb angepasst und im betrieblichen Ausbildungsplan organisiert.

Flexibilität

Darf der betriebliche Ausbildungsplan vom Ausbildungsrahmenplan abweichen?

Der Ausbildungsrahmenplan ist kein starrer Tageskalender. Betriebliche Besonderheiten müssen bei der Umsetzung berücksichtigt werden können.

Das BIBB erläutert, dass Ausbildungsordnungen hierfür Flexibilität bei der sachlichen und zeitlichen Organisation vorsehen können. Die verbindlichen Ausbildungsinhalte dürfen dadurch jedoch nicht einfach entfallen.

Flexibilität bedeutet nicht Beliebigkeit

Ein Betrieb darf seine Ausbildung organisatorisch anpassen. Er muss dennoch sicherstellen, dass die vorgeschriebenen Ausbildungsinhalte tatsächlich vermittelt werden.

Nicht verwechseln

Ist der Rahmenlehrplan dasselbe wie der Ausbildungsrahmenplan?

Nein. Der Ausbildungsrahmenplan gehört zur betrieblichen Ausbildung. Der Rahmenlehrplan betrifft den berufsbezogenen Unterricht in der Berufsschule.

Beide Seiten des dualen Systems werden inhaltlich aufeinander abgestimmt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

Merksatz

Ausbildungsrahmenplan = betriebliche Ausbildungsinhalte.
Rahmenlehrplan = berufsschulischer Unterricht.

Ebenfalls nicht dasselbe

Ist der betriebliche Ausbildungsplan das Berichtsheft?

Nein. Der betriebliche Ausbildungsplan beschreibt, wie die Ausbildung geplant ist.

Der Ausbildungsnachweis dokumentiert dagegen den zeitlichen und inhaltlichen Verlauf der tatsächlich durchgeführten Ausbildung.

Planung und Dokumentation hängen zusammen, sind aber nicht dasselbe Instrument.

Planmäßig ausbilden

Warum braucht ein Betrieb überhaupt einen Ausbildungsplan?

§ 14 BBiG verpflichtet Ausbildende im Anwendungsbereich des Gesetzes dazu, die Berufsausbildung so durchzuführen, dass das Ausbildungsziel innerhalb der vorgesehenen Ausbildungszeit erreicht werden kann.

Ein betrieblicher Ausbildungsplan macht diese Verpflichtung praktisch handhabbar: Inhalte, Zeiträume, Zuständigkeiten und betriebliche Möglichkeiten werden vor Beginn und während der Ausbildung strukturiert.

Die drei Begriffe in einem Satz

Die Ausbildungsordnung regelt den anerkannten Ausbildungsberuf, der Ausbildungsrahmenplan strukturiert die zu vermittelnden Ausbildungsinhalte, und der betriebliche Ausbildungsplan macht daraus einen konkreten Ablauf für den jeweiligen Ausbildungsbetrieb.

AEVO-Prüfungsvorbereitung strukturieren →

Quellen und Arbeitsweise

Die rechtliche Einordnung beruht auf dem BBiG und der AEVO. Die Erläuterungen zur praktischen Umsetzung des Ausbildungsrahmenplans und des betrieblichen Ausbildungsplans orientieren sich an den aktuellen Informationen des BIBB.

Das Praxisbeispiel wurde eigenständig für SemaTrain entwickelt.

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